Erstmals Open Air auf dem Neumarkt

27. Filmfest Dresden steht in den Startlöchern

27. Filmfest Dresden steht in den Startlöchern

27. Filmfest Dresden steht in den Startlöchern Foto: Filmfest Dresden

Mit der exklusiven Vorschau im Thalia Kino fällt der Startschuss für das 27. Filmfest Dresden: Ab Dienstag (14. April) verwandelt sich die sächsische Landeshauptstadt für sechs Tage erneut in ein Mekka für kurze Filme. Neben rund 300 Kurzfilmen aus über 50 Ländern (darunter 71 Wettbewerbsfilme) dürfen sich Filmenthusiasten auf einen Schwerpunkt zum Ton im Film, Masterclass und Workshop sowie Branchentreffen und eine große Abschlussparty freuen. Dresden wird damit wieder zu einem Treffpunkt der Kurzfilmszene.

Tribute-Programm und Masterclass  mit Jiří Menzel
Als einer der bekanntesten Vertreter der tschechoslowakischen Nouvelle Vague verfügt Schauspieler und Regisseur Jiří Menzel über weltweites Renommee. Für die Komödie „Liebe nach Fahrplan“ (1966) erhielt er den Oscar, mit „Heimat, süße Heimat“ (1985) war Menzel erneut für den Goldjungen nominiert. Das 27. FILMFEST DRESDEN verneigt sich vor dem Grandseigneur nicht nur mit einem Tributprogramm, das neben den beiden Kurzfilmen „Umřel nám pan Foerster“ (1963) und „One Moment“ (2002) auch den Spielfilm „Ein launischer Sommer“ (1968) zeigt, sondern darf ihn auch zu einer Masterclass begrüßen. Unter dem Motto „About the responsibilty of authors“ gibt er den Teilnehmer/innen einen Einblick in sein filmisches Schaffen und stellt seine Kurzfilmarbeiten vor. Auch bei der Eröffnungsveranstaltung des FILMFEST DRESDEN wird Jiří Menzel erwartet.

„Ohne Ton kein Bild“
Zu Unrecht wird ihm oft nur eine Nebenrolle zugedacht: dem Filmton. In der 27. Auflage des FILMFEST DRESDEN erhält das Tonale daher nun eine Hauptrolle.

Erstmals wird der „Goldene Reiter Filmton“ vergeben (Nachfolger des bis 2012 vergebenen „KlangMusikPreis“). Gestiftet von der „Ballroom Studios GbR“ (einem neugegründeten Dresdner Studio für Audio, Video und Fotoproduktionen) widmet sich der Preis dem Filmton in all seinen Facetten. Das FILMFEST DRESDEN ist eines der wenigen Filmfestivals in Deutschland und Europa, die einen Preis in dieser Kategorie vergeben. Neben 1.500 Euro Preisgeld erhält der/die Gewinner/in Studiozeit im Wert von weiteren 1.500 Euro in den Ballroom Studios.

Zum 60. Gründungsjubiläum des ehemaligen Dresdner DEFA-Studios zeigt das Deutsche Institut für Animationsfilm (DIAF) in den Technischen Sammlungen Dresden eine Sonderausstellung mit dem Titel „Ohne Ton kein Bild“. Neben zahlreichen Werken des DEFA-Studios wird eines der letzten noch spielbaren Subharchorde gezeigt. Mit ihm ließen sich lange vor Synthesizer und MusicMaker Klänge und Geräusche aller Art synthetisch erzeugen. Natürlich wird es auch wieder eine Ausstellung zum Mitmachen und Anfassen geben. Der Dresdner Medienkünstler und DJ Jacob Korn entwickelt dazu ein eigenes Gerät, mit dem die Besucher den Zusammenhang von Bild und Ton selbst erfahren können.

Auch die drei Sonderprogramme unter dem Titel „Klangbilder“ widmen sich – auf ganz unterschiedliche Weise – dem Filmton. Passend zur DIAF-Ausstellung „Ohne Ton kein Bild“ gibt es im gleichnamigen Programm die Möglichkeit, das Subharchord in Aktion zu erleben, aber auch einen tanzenden Würfel, durch die Neustadt rappende Graffitifiguren oder den Chor der Staatsoperette Dresden. Erstmals auf einem Filmfestival präsentiert die Filmproduktionsfirma ICONOCLAST (u.a. Pharrell Williams, Woodkid, aber auch Volvo und Calvin Klein), die sich in der Musikvideoszene in kürzester Zeit einen exklusiven Platz zwischen Kunst und Kommerz gesichert hat, eine Auswahl ausdrucksstarker Musikvideos und Werbeclips. Im dritten Programm sind schließlich diejenigen Wettbewerbsfilme zu erleben, die Studierende der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden für den „Goldenen Reiter Filmton“ nominiert haben. Gemeinsam mit der Hauptjury hat das Publikum die Möglichkeit, diese anzuschauen. 

Die Jury für den Filmton-Preis setzt sich zusammen aus:

  • Pia Hoffmann (Hamburg): Leiterin der Musikberatung bei musicsupervising.com (Agentur für Musikkonzepte, Lizenzierung und Rechteauswertung von Kino- und Fernsehfilmen)
  • Johannes Gerstengarbe (Dresden): freiberuflicher Musikproduzent, Gitarrist und diplomierter Instrumentalpädagoge.
  • Frank Hellwig (Dresden): freier Tontechniker im Studio- und Livesektor. Gemeinsam mit Johannes Gerstengarbe baut er gerade die Ballroom Studios in Dresden auf.
  • Markus Kavka (Berlin): Journalist, Moderator, Autor und DJ. Seit 2014 ist er mit der Sendung „unicato Junger Film im MDR“ zu sehen.

Abgerundet wird der Schwerpunkt Ton im Film durch den diesjährigen Animations-Workshop „Sound Composing“. Geleitet wird dieser vom Berliner Filmmusikkomponisten Max Knoth (u.a. „Lauras Weihnachtsstern“ (2006), „Apollo“ (2010)). Junge Filmschaffende erhalten hier Kenntnisse in Sounddramaturgie, werden selbst sounddramaturgisch tätig und präsentieren das Ergebnis am Ende des FILMFEST DRESDEN. Unterstützt wird der Workshop mit mobilen Aufnahmegeräten von der Firma TASCAM.

Kurzfilm Open Air auf dem Neumarkt
Erstmalig veranstaltet das Filmfest Dresden parallel zur Festivalwoche ein Kurzfilm Open Air und zeigt Auszüge des Festival-Programms auch außerhalb des Kinos – im Herzen der Dresdner Altstadt. In Kooperation mit dem Projektpartner PMS Professional Media Service GmbH & Co. KG, der im letzten Jahr wesentlich zum Erfolg der Crowdfunding-Kampagne des Filmfest Dresden beitrug, werden kurze Filme für Dresdens Bewohner und Besucher gezeigt. Täglich von 12.00 bis 22.00 Uhr – kostenfrei!

Tickets
Festivaltag (Mittwoch) 5,00 Euro
Einzelticket 7,50 Euro
Kinderprogramme 3,50 Euro
5-er Ticket 30,00 Euro
Eröffnung / Preisverleihung je 7,50 Euro
Festivalparty 10,00 Euro

Der Festivalkatalog ist für 5,00 Euro erhältlich. Einlass ist jeweils ab 20 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Freie Platzwahl. Kein Einlass während laufender Vorstellungen.