Das virtuelle Drehbuch

Themen-Spezial

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Warum finden Zuschauer den einen Film interessant und den anderen weniger? Warum wird bei einem zweistündigen Urlaubsvideo der Wohnzimmersessel
zum Folterstuhl? Denken Sie beim Gestalten Ihrer Filme an Ihr Publikum und bereiten den Film kurzweilig und attraktiv auf. Wenn Sie kein Drehbuch für Ihren Film ausarbeiten wollen, hilft vielleicht etwas Filmtheorie. Wir haben drei Klassikern in die Theorie geschaut und geben praktische Tipps für ein „virtuelles“ Drehbuch zu Ihrem nächsten Film.

Die Grundlagen des Aufbaus einer Handlung im Theater gehen auf Aristoteles zurück, der seine Theorie bereits 300 Jahre vor Christus formulierte. Aristoteles hatte gemerkt, dass das Publikum an manchen Stellen seiner Theaterstücke gespannt dabei war, an anderen Stellen aber anfing, sich zu langweilen und sich mit den Sitznachbarn unterhielt. Auf dieser Grundlage veränderte er den Aufbau seiner Theaterstücke und schuf dabei seine Lehre der „Dramaturgie“, die bis heute ihre Gültigkeit hat.Verinnerlichen Sie sich diese Theorie und halten Ihr Publikum so immer bei der Stange.

Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit und an die Inhalte, die Sie damals gelesen und gehört haben? Vermutlich waren es Märchen, Sagen oder die Schriften der verschiedenen Religionen. Der Mythenforscher und Ethnologe Joseph Campbell (1904 – 1987) untersuchte deren Erzählstruktur genauer und analysierte zahlreiche Sagen, Mythen, Märchen und Religionen dieser Welt in Bezug auf ihre Gemeinsamkeiten. Er fand heraus, dass der Aufbau der meisten traditionell überlieferten Geschichten weltweit auf der gleichen Struktur beruht. Sie trifft demnach für europäische und asiatische Mythen gleichermaßen zu. Diese durch Campbell nachgewiesene kulturelle Unabhängigkeit bildet für weltweit arbeitende Filmkonzerne ein hochinteressantes Fundament. Für den internationalen Filmverkauf würden kulturelle Eigenheiten nämlich eine unerwünschte Beschränkung bedeuten. Nutzen Sie diese Erzählstruktur zur besseren Gestaltung Ihrer Filme.

Einen vergleichsweise modernen Ansatz verfolgt Syd Field, ein amerikanischer Dramaturgie-Fachmann. Der Handlungsaufbau  basiert bei ihm auf der Aufteilung eines Drehbuches in einen sogenannten klassischen „Drei-Akter“, der Filmstoff, das Handlungs-Grundmuster sowie die praktische Anwendung. Die Grundlage eines Drehbuchs ist dabei die Idee. Diese besteht aus wenigen Sätzen, die den Hauptdarsteller,den Gegenspieler und den Konflikt benennen. Also eine Minimal-Fassung von alledem, worum der Film später handelt. In nächsten Schritt geht es darum, das „Paradigma“ zu befülle, so nennt Syd Field sein Grundmuster.
Erfahren Sie mehr in unserem pdf-Spezial zum „virtuellen“ Drehbuch.

Umfang 7 Seiten:

  • Bevor die Kamera läuft...
    Das virtuelle Drehbuch
  • Bevor die Kamera läuft...
    Wie man eine Erfahrung macht
  • Bevor die Kamera läuft...
    Syd Field´s Drehbuchwerkstatt