PREISTRÄGER DOK.FEST 2014

Acht Preise und eine Special Mention wurden beim diesjährigen dok.fest vergeben.

Acht Preise und eine Special Mention wurden beim diesjährigen dok.fest vergeben.

Acht Preise und eine Special Mention wurden bei der diesjährigen Preisverleihung feierlich vergeben. Foto: dok.fest Maren Willkomm

Beim diesjährigen dok.fest, das am Mittwoch Abend zu Ende ging, wurden insgesamt acht Preise vergeben. Hier sind die Gewinner:

1. VIKTOR DOK.international 2014 gestiftet von Sky:
SEE NO EVIL von Jos de Putter
Jurybegründung:
„Ein eindringlicher Film mit einer intelligenten experimentellen Ton- und Bildstruktur. Ein brillantes Filmstück, das die Menschen in den Hintergrund stellt und dabei Bände über die Menschheit spricht. Für den innovativen Einsatz dokumentarischer Mittel im Kino verleiht die Jury den Viktor DOK.international an SEE NO EVIL von Jos de Putter.“
Jury:

Melissa Lindgren (Kuratorin, Tempo Documentary Festival Stockholm), Veton Nurkollari (Künstlerischer Leiter, DokuFest, International Documentary and Short Film Festival Prizren), Ulla Simonen (Künstlerische Leiterin, DocPoint – Helsinki Documentary Film Festival)

2. VIKTOR DOK.horizonte 2014 gestiftet von ARTE:
CANTOS von Charlie Petersmann
Jurybegründung:
„Ein poetischer Film über gewöhnliche aber bemerkenswerte Menschen – Protagonisten, für die Alltag Kampf um Essen, Medikamente und Meinungsfreiheit bedeutet. Vier verschiedene Geschichten werden feinfühlig und mit stets kritischem Blick auf die politische Situation in Kuba zusammen geführt. Der Gewinner des Viktor DOK.horizonte ist CANTOS von Charlie Petersmann.“
Jury:

Prof. Dr. Frank Heidemann (Professor für Ethnologie, Ludwig-Maximilians-Universität München), Hana Kulhánková (Leiterin, One World International Human Rights Documentary Film Festival Prag), Ewa Szablowska (Programmerin, New Horizons International Film Festival Breslau)

3. VIKTOR DOK.deutsch 2014 gestiftet vom Bayerischer Rundfunk:
NIRGENDLAND von Helen Simon
Jurybegründung:
"NIRGENDLAND ist die filmische Rekonstruktion eines Gerichtsprozesses, in dem Tochter und Enkelin ihren Vater/Großvater des Missbrauchs anklagen. Helen Simon montiert das Zeugnis der Tochter mit den Prozessaussagen der Enkelin, die sich nach dem Freispruch des Täters das Leben genommen hat. Der Autorin gelingt es, die Mechanismen des Missbrauchs, der sich in die nächste Generation fortführt, zu zeigen. Ihr Film enthüllt die Tragödie einer schuldlos Schuldigen und deckt ein skandalöses Gerichtsurteil auf. Der Mut, dieses schwierige Thema filmisch aufzugreifen und seine betont sachliche Umsetzung verdient den Preis der Jury."
Jury:

Irène Challand (Leiterin Dokumentarfilm, Radio Télévision Suisse), Walter Greifenstein (Redakteur Kinofilm und ARTE-Koordination, Bayerischer Rundfunk), Petra L. Schmitz (Leiterin der Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW Köln), (auch Jury OMU-Preis der Untertitel-Werkstatt Münster 2014)

4. OMU-Preis der Untertitel-Werkstatt Münster 2014:
DAS LEBEN NACH DEM TOD AM MEER von Martin Rieck
Jurybegründung:
"Martin Rieck hat Glück gehabt. Mit dem Bestatterpärchen Anna und Philip gelingt es ihm, nahe an ein Thema heranzukommen, das unsere Gesellschaft am liebsten verschwinden lässt: der Umgang mit den Toten. Der Film DAS LEBEN NACH DEM TOD AM MEER bringt die Beobachtungen des Alltags und der Beziehung der beiden in Verbindung mit frei assoziierten Bildsequenzen und einem originellen Soundtrack. Eleganz, Würde, Poesie und Ironie sind die emotionalen Grundtöne dieses Films über ein ungewöhnliches Leben in einer norddeutschen Kleinstadt."
 
5. FFF-Förderpreis Dokumentarfilm 2014 gestiftet vom FilmFernsehFonds Bayern:
IM SCHATTEN DER COPACABANA von Denize Galiao
Jurybegründung:
"IM SCHATTEN DER COPACABANA ist eine berührende Hommage an einen Einzelkämpfer. Kein Superheld, sondern ein menschlicher Protagonist mit Ecken und Kanten wird hier von Denize Galiao visuell überzeugend portraitiert – ohne dabei Brasilien-Klischees zu bedienen. Der Blogger Ricardo Gama wurde 2011 Opfer eines Attentats und überlebte mit zwei Kopfschüssen. Sein Kampf gegen politische Korruption in Brasilien – dem Land der nächsten Fußball WM – erscheint wie eine Don Quichoterie im kommunalen Wahlkampf der Stadt Rio de Janeiro. Aber er lässt sich nicht durch Drohungen und gesundheitliche Rückschläge entmutigen und stellt das Gemeinwohl über sein persönliches Wohl."
Jury:

Klaus Blanc (Leiter des Fachgebiets "Film & Literatur", Münchner Volkshochschule), Rainer Gansera (Redakteur, Filmkritiker), Ina Rossow (Festival Manager, Deckert Distribution GmbH Leipzig)
 
6. DOK.fest Preis SOS-Kinderdörfer weltweit 2014 gestiftet von B.O.A Videofilmkunst GmbH:
NEULAND von Anna Thommen
Jurybegründung:
"Der Dokumentarfilm NEULAND von der Schweizer Filmemacherin Anna Thommen greift eines der gesellschaftlich relevantesten Themen in Europa auf – das der Migration. Die Filmemacherin begleitet junge Migranten in der Schweiz und zeichnet ein eindrucksvolles Bild von ihrem engagierten Lehrer, der sich emphatisch darum bemüht, diese jungen Menschen auf den richtigen Weg in einem fremden Land zu bringen. 
Mit einer sensibel geführten Handkamera begleiten Anna Thommen und ihre Kamerafrau Gabriela Betschart beinahe zwei Jahre die Flüchtlinge. Ihnen gelingt ein unaufdringliches und doch hochintensives Portrait einer Gruppe und den Kampf um die Anerkennung und einen Neubeginn. Neuland ist ein wichtiger Film, der Hoffnung macht und der uns öffnet für das Thema der Integration in Europa, das längst eines unserer zentralen gesellschaftlichen Aufgaben ist."
Jury:

Prof. Dr. Heribert Prantl (Leiter Ressort Innenpolitik bei der Süddeutschen Zeitung), Dr. Katja Wildermuth (Redaktionsleiterin Geschichte und Gesellschaft MDR), Margret Köhler (Film- und TV-Journalistin), Daniel Sponsel (Künstlerischer Leiter des DOK.fest), Dr. Wilfried Vyslozil (Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit), Christine Kehrer (Leitung TV/Video Kommunikation) und Sebastian Spaleck (Leitung Online, beide SOS-Kinderdörfer weltweit)
 
7. megaherz Filmschulpreis 2014
1. Platz im Filmschulfestival, gestiftet von megaherz:
SCOUTS AT THE CROSSROADS von Sjoerd Niekamp
"Manchmal trennen sich zwei Wege. Der Pfadfinder Jasper will in die Welt hinaus, sein bester Freund Teun bleibt zurück in Gouda. Mit einem präzisem Blick für den flüchtigen Moment schafft es Regisseur Sjoerd Niekamp, die Nähe zwischen seinen Protagonisten spürbar werden zu lassen. Eine humorvolle Parabel über Freundschaft und Abschiede im Leben."
Jury:
Melanie Jilg, HfG Karlsruhe

Susanne Meures, ZHdK Zürich

Christoph Miera, HFF »Konrad Wolf«

Laurentia Genske, KHM Köln

Vera Drude, HFF München

Laura Reichwald, HfbK Hamburg



Special Mention megaherz Filmschulpreis 2014:
IK von Jona Honer
"Sitzt das Ich im Kopf? Und verändert es sich durch einen Tumor, der herausoperiert
werden muss? Diese Frage stellt Jona Honers Film IK mit den Hauptfiguren Pieter und
seiner Frau Annette. Scheinbar Alltägliches wie das Abendessen zu Hause prallt dabei
auf hochtechnisierte Momente im OP. Durch eine starke dramaturgische Reduktion
entsteht ein ganz eigener Raum für Gedanken, auch in unseren Köpfen."
 
8. ARRI pitch award 2014
1. Platz für das beste Nachwuchskonzept, gestiftet von ARRI:
LEO LÖWE von  Benedikt Schwarzer

Jury:
Petra Felber BR

Jutta Krug WDR

Fidelis Mager megaherz

Türkan Schirmer ZDF / ARTE

Anita Hugi SRF

Milena Bonse ZDF

Monika Schäfer ARTE /
NDR

Franz Grabner ORF

Ralph Wieser Mischief Films