Parallelmontage

Gegenüber gestellt

Gegenüber gestellt

Foto: Christian Schnalzger

Die Parallelmontage erzählt kurzweilig und dicht von gleichzeitig ablaufenden Ereignissen – eine spezielle Erzählweise mit großen filmischen Möglichkeiten, wenn sie gut umgesetzt wird.

Sie kennen das: hier tickt eine Bombe, der an sie gefesselte Held versucht erfolglos, sich loszubinden. Dort reitet die Kavallerie zur Rettung heran, zu Pferd oder im Achtzylinder, nicht ohne von Widersachern abgelenkt zu werden. In einer geschickten Montage sehen wir abwechselnd Aufnahmen vom einen, dann vom andern Schauplatz. Es gibt wohl keinen Actionfilm, der ohne Parallelmontage auskäme. Welche Wirkung entsteht darüber? Eine ziemlich bizarre, wenn man mal drüber nachdenkt. Der Gefesselte kann unmöglich wissen, ob Rettung unterwegs ist. Er muss sich also selbst befreien. Das fühlt sich ganz anders an, als zu warten. Dennoch folgen wir als Zuschauer nicht den mentalen Strapazen des Helden zwischen Hoffen und Handeln. Wir sehen mehrere Lösungswege eines vorher aufgerissenen Dilemmas.