Handwerk filmen

Authentizität ist gefragt

Authentizität ist gefragt

Foto: Manfred Dietrich

Eine Reportage über den „schottischen Dudelsackbau“ soll die Arbeit vor dem Dreh, am Set und in der Postproduktion verdeutlichen. Die Arbeitsschritte verstehen sich als Anregung für die Vorgehensweise bei der Erstellung einer Reportage über Handwerk.

Es ist kaum zu glauben, dass in Deutschland schottische Dudelsäcke nach traditionellen Bauanleitungen in Handarbeit gefertigt und teilweise sogar nach Schottland exportiert werden. Patrik Kraft ist Dudelsackspieler, erteilt Unterricht und baut schottische Dudelsäcke. Einige der Ausgangspläne sind über 250 Jahre alt. Die Dudelsackpfeifen werden aus hochwertigen und speziellen Edelhölzern wie Gernadille, Cocobolo und Ebenholz gefertigt und mit Silber verziert. Für die Pfeifenenden – die sogenannten Zwingen – wurde früher oft Elfenbein eingesetzt. Dieses Material kommt heutzutage aus ethischen Gründen nur noch selten zum Einsatz. Als Ersatz wird in der Regel Buchsbaumholz verwendet. Der Sack selbst ist aus Leder gefertigt. All diese speziellen Materialien und deren Zusammenspiel haben mit anderem Instrumentenbau wenig zu tun. Daher ist der Dudelsackbau eine spezielle Disziplin, die nur wenige Könner beherrschen. Je nach Größe und Ausführung werden 1-4 Wochen für den Bau – vorwiegend in Handarbeit – benötigt. Titelbild Pipemaker und Dudelsackspieler Patrik Kraft baut praktisch alle Varianten schottischer Dudelsäcke, von der Great Highland Bagpipe, über die Reelpipe und Borderpipe bis zur Smallpipe. Ein Dudelsack benötigt beim Spielen auch vor großem Publikum meist keine Verstärkereinrichtungen. Mit etwa 115 dB Lautstärke ist ein Dudelsack auch „unplugged“ laut genug. Geübt wird mit wesentlich leiseren Übungspfeifen.