Das 30. Internationale KurzFilmFestival Hamburg (IKFF)

3.-9. Juni 2014

3.-9. Juni 2014

Das IKFF in Zahlen und Fakten:

  • Insgesamt werden beim IKFF über 300 Kurzfilme aus mehr als 40 Ländern vorgeführt.
  • Aus über 6000 Filmeinreichungen laufen mehr als 200 Filme in den verschiedenen Wettbewerben.
  • Über 15.000 Euro an Preisgeldern werden in den Wettbewerben von Jurys und Publikum vergeben.
  • Über 15.000 Zuschauer besuchen knapp hundert Programme und Veranstaltungen in sechs verschiedenen Kinos und open air.
  • Über 50 Kurzfilme aus mehr als 30 Ländern laufen darüber hinaus beim16. Mo&Friese KinderKurzFilmFestival Hamburg.
  • Mehr als 100 Teammitglieder arbeiten an der Vorbereitung und Durchführung des Festivals mit.

Sonderprogramme 2014
Wie gewohnt werden neben den Wettbewerben auch sorgfältig kuratierte Sonderprogramme gezeigt.

MOTIV: Moving Bodies, Moving Images – Sports and Beyond
Seit ihren Anfängen sind die bewegten Bilder fasziniert von bewegten Körpern. Und wo sonst als im Sport findet man körperliche Agilität und Mobilität so hervorgehoben präsentiert. Tatsächlich zeigen viele der frühen Filmproduktionen rennende, springende, schlagende und schießende Menschen. Allerdings: In der Welt der Hollywood-Geschichten geriet der Sport in den Hintergrund; seine eigentliche Heimstatt wurde schließlich das Live-Fernsehen. In den drei Filmprogrammen „Bewegte Bilder, bewegte Körper“ sind die Facetten des Sports zu sehen, die hinter Live-Event und großem Drama verloren gehen – aber im Kurzfilm einen Verbündeten haben. Schwerpunkte liegen dabei auf dem Team und was es zusammenhält, auf dem Kampf, gegen sich selbst und andere, und auf dem Gefühl der Zugehörigkeit, das der Sport zu fabrizieren weiß. Ergänzt wird der Blick auf die bewegten Körper mit experimentellen Annäherungen und Musikvideos.
Kurator: Christian Huck

LAND: Österreich – Form verlässt Norm. Heimat geht fremd
Österreich – ein kleines Land mit großer Filmkunst. Inzwischen auf Festivals mit Palmen, Bären und Löwen dekoriert und Oscar-prämiert, begann alles in den 50er-Jahren mit der kurzen Form, mit der Avantgarde, noch lange vor dem Autorenfilm. In den letzten 60 Jahren entstand eine der innovativsten, produktivsten, radikalsten und gefeiertsten Kunst&Kurz-Filmszene weltweit – ob strukturelle Filmpioniere oder feministische Rebellinnen, Found-Footage-Meister oder Austrian-Abstracts-Künstlerinnen minimalistisch in Sight & Sound, die nun mit dem Konkreten experimentieren. In Hamburg werden sie seit Jahren in kinematografischer Vielfalt präsentiert.
Sechs Filmprogramme werden gebündelt Entwicklungslinien zeichnen und ein buntes Mosaik aus Historischem und Aktuellem, Genres und Formaten ausbreiten. So leuchten Kurzspielfilme des „neuen Realismus“ der Wiener Filmakademie neben politisch-kritischen Doku-Essays und Beispielen der Animationsfilmtradition. Aktuelle Architektur-Raum-Forschungen und Heimat-Dekonstruktionen, Performance-Variationen und ironische Selbstreflexionen, treffen auf impressionistische und analytische Found-Footage-Bilderwelten und Experimente zum Manipulationspotenzial der Laufbilder.
Kuratorin: Wilbirg Brainin-Donnenberg

GALERIE: L vor K – Zeitwidrige Korrespondenz. Videokunst aus Europa
Mit dem Ende zu beginnen ist eine Strategie, der sich Alan Bass für seine Einführung in die Übersetzung von Derridas ikonischem Text „Die Postkarte“ verschrieb. Inspiriert vom Charakter des Textes, der so offensichtlich mit der Abfolge von als fixiert angesehenen Begebnissen spielt, propagiert er eine anachronistische Herangehensweise, die das Potenzial der Reversibilität erforscht und an der Möglichkeit festhält, dass die Gegenwart die Vergangenheit beeinflusst sowie vorherige Generationen von den darauf folgenden lernen. Verpackt als Brief und Postkarte erinnert uns Derridas Text daran, dass der Brief, selbst als ein Anachronismus im Zeitalter von Internet und Telekommunikation, auch nur eine Technologie unter vielen ist. Inspiriert von jener Herangehensweise soll mit dieser Auswahl künstlerischer Film- und Videoarbeiten die Frage gestellt werden, was passiert, wenn man L vor K positioniert, um das Potenzial von Unordnung in einem System zu erforschen, das darauf basiert zu ordnen und zu sortieren. „L vor K“ zeigt Arbeiten, die eine bisher unangefochtene Abfolgen auseinandernehmen zugunsten einer Neumischung, Reorganisation und Umstellung der Realität.
Kuratorin: Anna Gritz

AHNEN: „A Picture a Day“ – Das Filmtagebuch der Anne Charlotte Robertson
Seit 1976 zeichnete Anne Charlotte Robertson ihr Leben auf. Die Super-8-Kamera war ihr ständiger Begleiter. Mit ihr dokumentierte sie Alltag, Nervenzusammenbrüche, Visionen, Illusionen und ihren eigenen Tod. In der persönlichen Handschrift der 1949 in Boston geborenen Robertson, eine Kombination aus Essay, Performance und Stop-Motion-Animation, entstand eine schonungslose Selbstanalyse – kaum unterbrochen durch die ihr diagnostizierten wechselnden geistigen Krankheiten und Gemütszustände. Unsere erste Begegnung mit ihrem Werk fand 1994 beim 10. Internationalen KurzFilmfestival in Hamburg statt. Bei NoBudget zeigten wir dann regelmäßig Teile ihres filmischen Tagebuchs. Dafür erhielt Robertson Preise und Auszeichnungen. War anfangs ein Großteil der Zuschauer entsetzt und ablehnend, wurde sie schließlich zur „Queen of NoBudget“. Ihr „Five Year Diary“ (1981–1997) ist eine fantastische Reise durch das Leben einer Frau des 20. Jahrhunderts. Die Begegnung mit ihrer Person, die in einem emotionalen inneren Dialog, zwischen Wahnsinn und Lebensfreude ums Überleben kämpft, lässt den Betrachter erschrecken und zugleich fasziniert teilhaben. 2012 verstarb Anne Charlotte Robertson an Krebs. Sie hinterließ ihr Lebenswerk dem Harvard Film Archive in Boston. Gezeigt werden einige ausgewählte Arbeiten.
Kuratoren: Vida Kaluza, Giuseppe Gagliano, Jan Peters

LABOR: Muschi Krawall – The Sound of Agitation
Den Klängen von Agitation und Aufruhr lauschen und einen Blick auf die historischen Dimensionen des poetischen Widerstands werfen. „We want the world and we want it now …“, so lautet die vehemente Forderung von Jim Morrison Ende der 60er-Jahre. In den folgenden Jahrzehnten verbinden sich Dichtung, Gesang, Aktion und politische Stellungnahmen immer wirkungsvoller. Von den „Last Poets“ über Bob Marley bis zu den rhythmisierten Parolen des Hip-Hop entfaltet das gesprochene oder gesungene Wort seine speziellen Energien. Wir wollen dem „Geheul“ und den lakonischen Beschreibungen des Alltags der Ausgestiegenen in den 50er-Jahren lauschen und auf der anderen Seite herausfinden, ob Tweets tatsächlich mit Revolutionen zusammenhängen können. Wie sich Text, Aktion und Klang zu einer besonders explosiven Mixtur verbinden können, zeigt die knapp 40 Sekunden lange Dokumentation eines „Punkgebets“ in Moskau vor drei Jahren.
Kuratoren: Hanna Nordholt und Fritz Steingrobe

FRÜHWERKE: Kurzfilme berühmter Langfilmer
Zum vierten Mal werden Kurzfilme von Regisseuren vorgestellt, die später mit abendfüllenden Kino- oder TV-Produktionen bekannt und berühmt geworden sind. Erste filmische Versuche kommen meist unperfekt, roh und ehrlich daher, ohne das Zutun durch Dritte. Noch ganz der eigenen Idee verpflichtet und oft mit einer gehörigen Portion Idealismus realisiert geben sie Aufschluss, ob sich der Inszenierungsstil, die Ästhetik und Erzählweise der jeweiligen Künstler schon zu Beginn der Karriere abzeichneten. Das Programm FRÜHWERKE führt durch die Anfänge filmischen Schaffens überwiegend europäischer und deutscher Filmemacher von den Sechzigern bis in die Nullerjahre.
Kuratorin: Manja Malz

Wettbewerbe beim 30. Internationalen KurzFilmFestival Hamburg
Auch in diesem Jahr werden wieder rund 200 Filme in den Wettbewerben des Internationalen KurzFilmFestival Hamburg gezeigt, in denen Preise in einem Gesamtwert von über 15.000 Euro verliehen werden. Als Neuerung 2014 haben wir uns dafür entschieden, den Preis der Pilsner Urquell Hamburg Nacht zu einem Jurypreis aufzuwerten. Die Jury des Deutschen Wettbewerbs wird also zudem auch den Hamburg-Gewinner auswählen. Und erstmals wird im Jugendprogramm FreiStil ein Preis vergeben, der von einer Jugendjury ausgewählt wird.

  • Internationaler Wettbewerb
  • NoBudget
  • Deutscher Wettbewerb
  • Pilsner Urquell Hamburg Nacht
  • Flotter Dreier (Thema: Doping)
  • Mo&Friese KinderKurzFilmFestival (Mo-Wettbewerb: Programme ab 4 und ab 6 Jahre, Friese-Preis: Programme ab 9 und ab 12 Jahre, GIB MIR FÜNF!-Wettbewerb, FreiStil-Wettbewerb: Programme ab 14 Jahre)

Thema des Flotten-Dreier-Wettbewerbs: Doping
Der beliebte Flotter-Dreier-Wettbewerb stellt den Kurz- und Kürzestfilmern alljährlich eine Hausaufgabe: Erstellt einen Film mit maximal drei Minuten Lauflänge zu einem bestimmten Thema. In diesem Jahr ist das Thema Doping. Passend zum Programmschwerpunkt Sport loten wir also beim Flotten Dreier dessen dunkle Seiten aus, freuen uns aber auch sehr über die filmischen Räusche und Missbräuche, die uns erreicht haben.

Weitere Extras

30-Stunden-Kino (The 30 Hours of Hamburg)
Das 25-jährige Bestehen vor fünf Jahren wurde mit dem 25-Stunden-Kino gefeiert. Dieses Kurzfilm-Langstreckenrennen hat dem Publikum – so viel Spaß gemacht, dass die Idee zum Anlass der 30. Festivalausgabe wieder aufgegriffen wird. Allerdings wird das 30-Stunden-Kino vom Kino aufs Festivalgelände verlegt und die strengen Regeln gelockert. Vor fünf Jahren gab es einen festen Filmstock, die Reihenfolge der Filme legte das Publikum fest. Nun werden feste Programmpunkte, die von Team und Gästen gestaltet werden, mit Kino auf Zuruf gemischt. Alle Formate von analog bis digital (Super-8, 16mm, 35mm, VHS, und Files) sollen spielbar sein, Überraschungsgäste und Überraschungsfilme sind garantiert.

Wie gewohnt präsentiert das KurzFilmFestival wieder Kino unter freiem Himmel. Sport ist auch hier das Thema, also werden die Zuschauer zur Leibesertüchtigung der Sehnerven auf das abendliche Festivalgelände eingeladen.
Umsonst und draußen: A Wall Is a Screen, bei der mobile Projektoren Hauswände während eines Rundgangs zu steinernen Projektionsflächen werden lassen, zieht seit vielen Jahren das Publikum in Scharen an.

16. Mo&Friese KinderKurzFilmFestival
Das Mo&Friese KinderKurzFilmFestival ist eines der wenigen Kinder- und Jugendfilmfestivals weltweit, das sich ausschließlich dem Kurzfilm widmet. Diesmal sind 53 Filme aus 31 Ländern dabei. Erstmals wird hier auch ein Kurzfilm in 3-D-Optik gezeigt. Mit einem altersgerecht gestaffelten Programm richtet es sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 20 Jahren. Die Kinderprogramme werden der Zielgruppe entsprechend moderiert. Fremdsprachige Kurzfilme werden live auf Deutsch eingesprochen. Viele Filmemacher sind anwesend und stehen den Kindern nach den Veranstaltungen Rede und Antwort zu ihren Filmen. Vergeben werden drei altersgestufte Preise, die von zwei Kinderjurys und einer Jugendjury ausgewählt werden.

Jugendprogramm: FreiStil
Das Jugendprogramm FreiStil geht dieses Jahr in die zweite Runde und wird zugleich wettbewerbstauglich. Das Programm richtet sich an alle Menschen ab 14 Jahre und widmet sich den wirklich wichtigen Fragen des Lebens. Erstmals ist ein Preis ausgeschrieben, der von einer Jugendjury verliehen wird.

GIB MIR FÜNF!-Wettbewerb: Traumtänze
Für den GIB MIR FÜNF!-Wettbewerb wurden wieder kreative junge Filmemacher gesucht, die mit ihren selbst gedrehten Kurzfilmen verzaubern. Das Thema lautete für 2014: Traumtänze. Traum, Tanz, Film – ob Tagträumer von ihrem Doppelleben in der Fantasie erzählen, ob Traumtänzer schlafend sicherer wandeln als im Wachzustand … Eingereicht wurden Animationen, Kurzspielfilme und Dokumentarfilme. Die besten Filme werden beim 16. Mo&Friese KinderKurzFilmFestival auf der großen Kinoleinwand gezeigt, die Top 3 gewinnen zusätzlich ein Preisgeld.

Die Kurzfilme für den Themenwettbewerb des Mo&Friese KinderKurzFilmFestivals dürfen maximal fünf Minuten lang. Teilnehmen konnten alle unter 13 Jahren: Einzelpersonen, aber auch Gruppen, wie z.B. Schulklassen oder Kindergärten.

Alle weiteren Informationen auf unserer Webseite: www.moundfriese.de