Dokumentarfilm im Wandel der Zeit

Junge Filmszene bei dem Dokumentarfilm-Panel und dem dritten Jour fixe der HessenFilm und Medien

Die Panelteilnehmer (vlnr): Daniel Huhn, Udo Bremer, Isabel Gathof, David Sieveking, Regina Schilling Foto: Hessenfilm

Mit Unterstützung der AG DOK Hessen/Rhein-Main hat die HessenFilm am 19. November 2018 zu einer hochkarätig besetzten Panel-Diskussion eingeladen. Im Fokus stand der Dokumentarfilm im Wandel der Zeit: Welche Erzählformen und Geschichten funktionieren beim Publikum? Gibt es neue Formate, die besonders gut funktionieren? Oder alternative Finanzierungsmodelle? Die Junge Filmszene durfte dabei sein und erlebte spannende Vorträge und gute Unterhaltungen.

Als Gesprächsgäste waren Professorin für Media and Cultural Studies an der Bournemouth University Dr. Kerstin Stutterheim, Isabel Gathof (Moritz Daniel Oppenheim), David Sieveking (Eingeimpft), Regina Schilling (Kulenkampffs Schuhe), Journalist und Filmemacher Daniel Huhn und 3sat-Filmredakteur Udo Bremer geladen.

Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer der HessenFilm, begrüßte am Nachmittag rund 80 interessierte Besucher im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt.

Filmwissenschaftlerin und Dokumentarfilmerin Dr. Kerstin Stutterheim kam extra aus Bournemouth, UK, angereist und eröffnete das Panel mit ihrem Vortrag über die Bandbreite und wechselreiche Geschichte des „flexibelsten und internationalsten Filmgenres“: des Dokumentarfilms.

Regina Schilling, David Sieveking und Isabel Gathof repräsentierten die verschiedenen Herangehensweisen an den Dokumentarfilm und berichteten von den Entstehungsgeschichten ihrer Filme, den Herausforderungen und der Motivation und Leidenschaft, die für das dokumentarische Erzählen essentiell ist.

Während Regina Schilling mit „Kulenkampffs Schuhe“ dokumentarische Fernsehproduktionen repräsentierte, zeigte Isabel Gathof beispielhaft an ihrem Film „Moritz Daniel Oppenheim“, wie Kapitalgenerierung durch eine Art „analoges Crodfunding“ funktioniert.

David Sieveking hingegen informierte über die Kontroversen, die sein Dokumentarfilm mit der Thematik „Impfen“ sowohl bei der Presse als auch bei deren Leserschaft auslöste.

Daniel Huhn ist ebenfalls erfahren im dokumentarischen Erzählen, nutzt als Plattform für seine Reihe „Heimatkino“ aber weder Fernsehen noch Lichtspielhaus, sondern das Web. Udo Bremer aus der 3sat-Filmredaktion gab zudem Einblicke in die Auswahlkriterien der Fernsehredaktionen und machte sich für den Autorendokumentarfilm stark.

BJF-FSJler Philipp Wagner empfand besonders diesen Teil der Veranstaltung als interessant: „Auch einem Besucher wie mir, der nicht der Dokumentarfilm-Branche angehört, bot das Panel faszinierende und aufschlussreiche Geschichten und Konzepte.“

Im Anschluss folgte der Jour fixe der hessischen Filmbranche inklusive Branchen-Pitch. Neben der Preisträgerin des Hessischen Film- und Kinopreises für den besten Dokumentarfilm Dr. Ina Knobloch stellten sich hessische Unternehmen vor, die sich anschließend mit der Branche austauschen konnten. So nutzten Filmemacherin und Autorin Melanie Gärtner von m-eilenweit, Peter Meister von Kabakon Film und Medien, das Festival Jung & Abgedreht, Postproduktions-Dienstleister FunDeMental Network und das Wiesbadener Tonstudio klangBezirk die Möglichkeit ihre Projekte, Services und Visionen vorzustellen.

Die Panel- und Jour fixe-Reihe der HessenFilm fördert den regelmäßigen intensiven Austausch mit und innerhalb der hessischen Film-, TV- und Kinobranche. Im Fokus stehen dabei aktuelle Entwicklungen und Trends in Film und Kino.

Die Junge Filmszene empfiehlt diese Veranstaltung allen Filmschaffenden und Filminteressierten, die Einblicke in die Arbeit anderer in der Film- und Medienbranche und konzeptionelle Ideen für ihre eigenen Produktionen erhalten wollen.