Adobe Premiere Elements

Funktionsumfang, Benutzerfreundlichkeit und Eignung

Das renommierte Videobearbeitungsprogramm Adobe Premiere Pro ist für Cutting-Profis ein wirksames Tool. Für Beginner und weniger versierte Anwender bietet Adobe mit der reduzierten und benutzerfreundlichen Version Premiere Elements eine Möglichkeit des Einstiegs in den Videoschnitt. Im Herbst 2016 erschien die aktuelle Variante Elements 15, die mit Verbesserungen, zahlreichen Automatismen und reichhaltigen Effekten aufwartet. Dies wirft die Frage auf, was sich mit der neuen Funktionsvielfalt umsetzen lässt und wo das Programm an seine Grenzen stößt. 

Funktionsvielfalt und Effekte von Adobe Premiere Elements

Als eine der beliebtesten Anwendungen unter Privat- und Hobby-Nutzern bietet Adobe mit dem Programm Premiere Elements ein benutzerfreundliches Videoschnittprogramm, das einerseits auch für umfangreiche Projekte geeignet ist, andererseits aber nicht zu viel technisches Know-how erfordert. Auch manche Profis setzen bei weniger komplexen Projekten auf Elements. Die Kernfunktionen der Version umfassen:

  • Videoschnitt in hochauflösenden Formaten
  • Videoeffekte, darunter Überblendungen und Farbkorrekturen
  • Menüerstellung für Blu-Ray oder DVD
  • Audioeffekte und Audiobearbeitung
  • Einlesen, Öffnen und Speichern einer Vielzahl von Videoformaten
  • Hilfsmittel wie Texterstellung und Einblendungen

Die Videoeffekte in Premiere Elements 15 umfassen über 200 individuelle Möglichkeiten. Hierzu gehören zeitliche Einstellungen wie Zeitlupe oder Zeitraffer ebenso wie Filter und Übergänge. Auch grafische Elemente gehören zum Funktionsumfang. Besonders die Farbeffekte bieten ein größeres Spektrum an Möglichkeiten. 

Zahlreiche Schriftarten können für die Titelgestaltung oder Texteinblendungen genutzt werden. Diese Schriftarten lassen sich durch Effekte und Animationen spannend aufbereiten. Die Audioeffekte umfassen 250 Sounds. Hinzu kommen 50 Music-Scores, die mit einem Audio-Mixer mit dem Video in Einklang gebracht werden können. Soundeinstellungen sorgen für die Abstimmung der Lautstärke sowie der verschiedenen Frequenzen, Höhen und Bässe. 

Zur Bildoptimierung bietet Elements einen Stabilisator. Dieser verfügt über automatische Korrekturmöglichkeiten aber auch über die Option von Detaileinstellungen. Der Automatismus stößt an seine Grenzen und erfüllt keine professionellen Erwartungen. Die detaillierten Einstellungen erfordern indes Geduld und Können. Manche der Einstellungen lassen die digitale Nachbearbeitung offenkundig werden. Eine Neuerung gegenüber dem Vorgänger ist die Korrektur von Landschaftsaufnahmen, die etwa Dunst entfernen und den Aufnahmen kräftigere Farben verleihen kann.

Die reduzierte Version überzeugt in den Video- und Audioeffekten mit einer ansehnlichen Auswahl, mit der Anfänger viel experimentieren und ordentliche Resultate erhalten können. 

Adobe Premiere Elements in der Anwendung: Benutzerfreundlichkeit

Ein einsteigergeeignetes Schnittprogramm benötigt insbesondere ein anwenderfreundliches Design. Premiere Elements bietet eine übersichtliche Bibliothek für Videos, die mit umfangreichen Filteroptionen ausgestattet sind und sich mit wenigen Klicks sortieren lassen. Die Sortierung ist etwa nach Dateiformat und Medienart wie Bilder, Videodatei oder Audiodatei möglich. Ebenso können sie nach Kriterien wie Ereignissen, Personen, Datum oder Ort gespeichert werden. Ebenso können die Dateien nach Meta-Daten geordnet werden. Zudem trägt eine Gesichtserkennung zur Übersicht bei. Fehlen bestimmte Daten, so lassen sie sich manuell nachtragen. Die Option, Tags zu verwenden oder zu Bewertungen zu vergeben runden die Sortier- und Filtermöglichkeiten ab. 

Elements verfügt über ein Oberflächendesign, das mehrere Fenster beinhaltet, die sich andocken lassen. Dazu gehören

  • das Fenster "mein Projekt" in Form eines Zeitbalkens mit den Video- oder Audiospuren
  • der Monitor mit einer Videovorschau und Einstellungen zur Wiedergabe
  • die Aufgaben mit mehreren Registerkarten, unter anderem zur Organisation, Bearbeitung, Speicherung oder Freigabe des Projekts

Die Bearbeitung der Projekte erfolgt weitgehend intuitiv. Beispielsweise können Bild- und Farbkorrekturen über simple Schieberegler vorgenommen werden.

Besonders einsteigerfreundlich sind die umfangreichen Anleitungen. Diese führen Anwender Schritt für Schritt durch die Möglichkeiten von Elements. Arbeitsphasen werden auch in interaktiven Tutorials genauer erläutert. Auch die Anwendung von mehreren Effekten auf einzelne Clips wird in den Anleitungen erklärt. 

Premiere Elements 15 liegt sowohl für Mac OS X als auch für Windows-Systeme vor. Benötigt werden 64-Bit-Systeme. Zwar ist es mit 32-Bit-Betriebssyteme nicht mehr kompatibel, dafür steht die Version für eine höhere Stabilität bei der Arbeit unter optimaler Nutzung der Kapazitäten des Arbeitsspeichers. 

Fazit und Vergleich zu Adobe Premiere Pro

Die reduzierte Videoschnitt-Lösung Adobe Premiere Elements richtet sich an Hobby-Filmer und zeichnet sich durch viele Voreinstellungen, Werkzeuge und Modi aus. Diese Tools ermöglichen auch Anfängern eine ansprechende Videoproduktion. Adobe Premiere Pro bedient hingegen auch professionelle Ansprüche und versteht sich als vollständige Lösung für Fortgeschrittene und Experten. Während viele der Automatismen sich für weniger aufwändige Videoproduktionen eignen, stoßen sie, etwa bei der Korrektur von Aufnahmen, an ihre Grenzen. Die intuitive Bedienung sowie die durchdachte Benutzerführung durch die einfache Navigation und die hilfreichen Tutorials gehören neben der Effektvielfalt zu den großen Stärken von Adobe Premiere Elements. 

Im Kooperation mit Netzsieger.de