Filmische Gestaltungselemente

Vom Kino lernen: Die Länge der Einstellungen

Vom Kino lernen: Die Länge der Einstellungen

Das Erkennen einer Person erfolgt schrittweise von den Umrissen her. (Bildquelle: Arnold H. Müller)

Es gibt Filme, die bedächtig an uns vorübergleiten, und es gibt solche, die so schnell und hektisch geschnitten sind, dass man kaum etwas erkennt – und in manchen Fällen weiss man nicht, ob es künstlerische Absicht oder einfach nur fachliches Unvermögen war.

Auf die Frage, wie lang denn nun beim Videoschnitt die einzelnen Einstellungen sein sollen, bekommt man, wenn überhaupt, nur selten eine klare Antwort. Regisseure sehen einen irritiert an, wenn man diese Frage stellt, Cutterinnen und Cutter verdrehen die Augen oder sagen, wenn sie nicht unhöflich sein wollen, „das kommt darauf an“.Aber so absonderlich ist die Frage gar nicht. Worauf kommt es denn an? Wenn man Fachleute um Auskunft bittet, kann man manchmal den Eindruck bekommen, es handle sich um eine Reihe gut gehüteter Geheimnisse.Das Problem besteht darin, dass beim Filmschnitt mehrere Kriterien zusammenkommen, und einige davon sind mit einfachen Erklärungen nicht greifbar. Jeder, der sich mit Film und Videoschnitt befasst, weiß, dass Filme aus einzelnen Einstellungen bestehen und dass die Aufgabe beim Schnitt darin besteht, die vom Dreh mitgebrachten Aufnahmeschnipsel zu sortieren, die geeignetsten davon auszuwählen und in einer bestimmten Reihenfolge aneinanderzufügen.

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