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Wie man den Ton richtig auspegelt

Wie man den Ton richtig auspegelt

Analoge Geräte – dazu zählen nicht nur Tonbandgeräte, sondern auch moderne Audiomischer – werden bis zu einem Spitzenpegel von 0 dB gepegelt. (Bildquelle: Stefan P. Neudeck)

„0dB ist das Maximum“, hieß es früher. Wer heute Wert auf Tonqualität legt, muss in den einzelnen Produktionsphasen ganz unterschiedlich pegeln. Verfolgen Sie mit uns den Weg, von der Tonaufnahme vor Ort, bis zur sendefähigen Master-Datei.

Bei der Aufnahme des Originaltons kommt es darauf an, möglichst alle Tonereignisse technisch optimal zu erfassen. Das Problem dabei ist jedoch, dass die Pegeleinstellung während der Aufnahme nur im Ausnahmefall angepasst werden kann. Jede Veränderung wirkt sich nämlich nicht nur auf die Haupttonquelle aus, sondern auch auf den Hintergrund, die sogenannte Atmosphäre.

Um trotz unvorhergesehener Lautstärkeschwankungen einwandfreie Qualität abzuliefern, wird deshalb ein gewisser Puffer von den technischen Grenzen des Aufzeichnungsgerätes benötigt. Bei Tonbandgeräten und anderer Analogtechnik - Mikrofone und Audiomischer gehören auch dazu – liegt die Problemzone bei niedrigen Signalpegeln: Zieht man ein zu leises Geräusch in der Mischung auf den korrekten Pegel, stört das Eigenrauschen der Signalverstärker oder des Bandes. Laute Tonereignisse hingegen werden sehr gut verarbeitet, selbst wenn sie kurzzeitig die 0 dB-Aussteuerungsgrenze überschreiten. Völlig anders bei digitaler Aufzeichnung: Während Rauschen kein Thema ist, führen die 0 dB-Grenze überschreitende Signale zu unbrauchbaren Aufnahmen.

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