Filmische Gestaltungselemente

Vom Kino lernen: Standardsituationen im Spielfilm

Vom Kino lernen: Standardsituationen im Spielfilm

James Bond und die Damen: Standardsituationen mit Wiedererkennungswert haben der Bond-Serie über Jahrzehnte hinweg zum Erfolg verholfen. Bérénice Marlohe und Daniel Craig in „Skyfall“, Großbritannien 2012, Regie: Sam Mendes (Bildquelle: Sony Pictures Germany)

Regelmäßig wiederkehrende Situationen im Film sind meist vorhersehbar und langweilig. Wir zeigen anhand von Beispiel-Szenen, wie sie statt Klischees Standardszenen mit dramaturgischer Bedeutung kreieren.

Situationen, die in Spielfilmen regelmäßig wiederkehren, nennt man Standardsituationen. Es sind Szenen, die man kennt, mit denen man – teilweise unbewusst – rechnet und um die die Drehbuchautoren letzten Endes auch gar nicht herumkommen. Eine Liebesgeschichte kann nicht beginnen, ohne dass ein Mann und eine Frau sich zum ersten Mal sehen. Dabei muss nicht unbedingt schon ein fiebriger Glanz in ihre Augen treten; manchmal können sie einander zunächst nicht leiden, aber ein erstes Mal treffen müssen sie sich, sonst gibt es keine Story. Wenn es in einem Film eine zusammengehörende Gruppe gibt, sei es eine Familie, eine Belegschaft, eine Bande, dann wird man sie irgendwann beim gemeinsamen Mahl sehen. Wenn zwei Liebende getrennt werden, gibt es einen Abschied und danach ein Wiedersehen. Der Held eines Actionfilms gerät regelmäßig in bedrohliche Lagen, und mindestens einmal trifft er mit seinem Feind zum Kampf auf Leben und Tod zusammen.

4 Seiten