Rory Peck Awards 2016

Flüchtlingsthematik im Fokus des diesjährigen Wettbewerbs

Marcel Mettelsiefen, Gewinner des Sony Impact Award for Current Affairs Foto: Rory Peck Awards

Die Gewinner des diesjährigen Rory Peck Awards stehen fest. Der von Sony Professional Solutions gesponsorte Filmpreis, der gestern Abend im Londoner BFI Southbank in mehreren Kategorien verliehen wurde, würdigt die herausragenden Beiträge von freiberuflichen Kameraleuten und Journalisten. Wie die Moderatoren des Abends Julie Etchingham (ITV News) und Clarissa Ward (CNN) herausstellten, ging es dabei vor allem auch um die zunehmend schlechten Bedingungen, unter denen freiberufliche Journalisten auf der ganzen Welt arbeiten müssen. Im Fokus der Awards stand die aktuelle Flüchtlingsthematik.

Der deutsche Gewinner des Sony Impact Awards
Der Sony Impact Award for Current Affairs,  eine spezielle Auszeichnung, die im Bereich der aktuellen Geschehnisse vergeben wird, ging an den freiberuflichen deutschen Filmemacher Marcel Mettelsiefen für sein
Werk „Syrien: Die Kinder von der Front“. In seinem Film begleitet der Freelancer die Geschichte der Familie eines Rebellenführers in Aleppo: Nachdem der Familienvater vom IS gefangengenommen wurde, flüchteten die drei Schwestern mit ihrem Bruder und der Mutter in Richtung Deutschland, um schließlich in Goslar ein neues Leben zu beginnen zu können. Die Juroren empfanden Marcels Film als sehr bewegend und zeitgemäß: „Die Art und Weise, wie dieser Film den Zuschauer in das komplexe, verzweifelte, aber auch hoffnungsvolle Innenleben dieser Familie blicken lässt, ist atemberaubend. Er ist ehrlich, emotional, intim und poetisch. Dies ist ein berührender Dokumentarfilm von einem reifen und verantwortungsbewussten Filmemacher, der einen Film gedreht hat, den wir in dieser Zeit alle sehen sollten.“

Gewinner der anderen Kategorien
Der Rory Peck Award for News ging an den griechischen Videojournalisten Will Vassilopoulos für „Fear and Desperation: Refugees and Migrants Pour into Greece“. Das Material zeigt die Ankunft verzweifelter Migranten und Flüchtlinge an der Insel Lesbos in überfüllten Booten und Schlauchbooten und ihre Rettung auf offener
See mitten in der Nacht. Er berichtete auch über Ereignisse im provisorischen Lager bei Idomeni an der griechischen Nordgrenze zu Mazedonien.

Der Award for News Features ging an den italienischen Freiberufler Marco Salustro für „Europe or Die: Libya's Migrants Jails“. Salustros Film wurde im Juni 2015 gedreht und zeigt die unmenschlichen Bedingungen in inoffiziellen Internierungslagern, die von lokalen Milizen in Tripolis geführt werden, sowie Missbrauch und Misshandlung von Hunderten von Migranten. Es ist eine schockierende Geschichte über die Ware
Mensch und Menschenrechtsverletzungen.

Als erste Frau erhielt die Fixerin Istek Alcu den Martin Adler-Preis, mit dem herausragende Beiträge lokaler freier Journalisten ausgezeichnet werden.