Filmische Gestaltungselemente

Wie Sie mit Bildgestaltung und Schnitt den Erfolg eines Films maximieren können – Dialogauflösung im Film

Dialogauflösung im Film

(Bildquelle: Arnold H. Müller)

Nehmen wir einmal an, im Theater betreten zwei Schauspieler die Bühne. Einer kommt von links, der andere von rechts, und sie treffen sich in der Mitte. Dann sehen wir sie beide im Profil, was aber ausgesprochen unbefriedigend ist. Die Mimik ist von der Seite nicht klar erkennbar. Man sieht auch nur von jedem ein Auge. Das gefällt auch den Schauspielern nicht. Daher wenden sie sich meist recht bald dem Publikum zu, um ihr Mienenspiel zu zeigen. Man nennt das „zum Publikum spielen“. Genau das ist auch die Ausgangslage für die filmische Auflösung von Dialogszenen, nur dass die Schauspieler ihre Positionen oder Haltungen nicht zwingend verändern müssen. Das kann die Kamera für sie erledigen. Im Sinne des in Hollywood entwickelten Continuity-Systems geht es in erster Linie darum, die Illusion zusammenhängend fließender Bilder zu erzeugen, auch dann, wenn im Dialog abwechselnd zwischen den Darstellern hin und her geschnitten wird. Der Zuschauer soll die Umschnitte nicht bewusst wahrnehmen, das heißt, die Schnitte sollen „unsichtbar“ sein. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass bei aufeinanderfolgenden Schnitten für den Zuschauer die Raumorientierung erhalten bleibt und die Blickrichtungen stimmen.

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