Filmische Gestaltungselemente

Vom Kino lernen: Der unsichtbare Schnitt

Teil III: Der Schnitt in Bewegung

Schnitt in der Bewegung. Die Schnittstelle wurde so gewählt, dass die Bewegung des Hinsetzens flüssig erscheint. Aus „The Imitation Game“ (Bildquelle: Filmnation Entertainment)

Der Begriff „Unsichtbarer Schnitt“ bedeutet im Grunde nur, dass der Zuschauer die zahlreichen Bildwechsel, aus denen eine Filmsequenz besteht, nicht bewusst wahrnehmen soll. Das Bilderlebnis soll fließen, die Konzentration soll durch nichts von der Story abgelenkt werden. Zu diesem Zweck hatte sich im sogenannten „Klassischen Hollywood“ eine Art Regelwerk entwickelt, das unter der Bezeichnung „Kontinuitätssystem“ bekannt ist und auch heute noch mehrheitlich in der Film- und Fernsehproduktion angewandt wird. „Unsichtbar“ ist ein Schnitt dann, wenn das Bild an der Schnittstelle keinen deutlich sichtbaren Sprung macht, wenn das Auge sich nicht neu orientieren muss, und wenn alle Kriterien wie Handlungsachse, Bewegungsrichtung, Blickrichtungen, Körperhaltung der Darsteller, Mimik, Kleidung und Requisiten so perfekt wie möglich zueinander passen.Diese Faktoren müssen bereits bei der Aufnahme berücksichtigt werden, damit sie später beim Schnitt optimal realisiert werden können. Da am Ende der Bearbeitung der Schnitt steht, spricht man im Englischen auch von Continuity Editing oder Invisible Cut. Bisher haben wir in diesem Zusammenhang über die Regeln für progressive und regressive Schnittfolge gesprochen und über den Umgang mit den Achsen im filmischen Raum.

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