Was uns zusammenhält

Dokumentation über Krebs als Familienkrankheit

Dokumentation über Krebs als Familienkrankheit Foto: Medienprojekt Wuppertal

Christiane ist Mitte 40, als bei ihr zum ersten Mal Brustkrebs diagnostiziert wird. Nach überstandener Chemotherapie und Rückkehr in Beruf und Leben erkrankt sie zwei Jahre später erneut. Nach einem Krampfanfall im Beisein ihrer ältesten Tochter werden später im Krankenhaus sieben Gehirntumore und drei Tumore in der Lunge festgestellt. Die anschließende Zeit ist für die beiden Töchter Janina (23) und Catharina (20), für Christianes Freunde und für sie selbst eine hohe Belastung, da sie von nun an auf Hilfe im Alltag angewiesen ist. Nach weiteren Therapien erholt sich Christiane wieder und erlangt ihre Selbstständigkeit zurück. Trotz der Belastungen durch die Behandlungen will sie ihr Leben genießen.

Der Kampf gegen den Krebs ist auch ein Kampf um den Zusammenhalt ihrer Familie. Seit der Trennung vom Ehemann hat sie als alleinerziehende Mutter für ihre zwei Töchter gesorgt, die jüngste zog aufgrund von Spannungen in der Familie schon mit 16 Jahren von Zuhause aus. Die Erkrankung der Mutter lässt alle wieder näher zusammenrücken, aber die Konflikte bleiben. Christiane wünscht sich eine Versöhnung innerhalb ihrer kleinen Familie. Die Kamera begleitet Christiane in ihrem letzten Lebensjahr. In Gesprächen mit ihrer Freundin Dagmar spricht sie offen über den Abschied, die Beerdigung und die schwierige Auseinandersetzung mit dem Tod. In Interviews berichten die Töchter von ihrem Umgang mit der Erkrankung der eigenen Mutter, von der Pflege und Fürsorge und von Christianes daraus entstehendem Rollenwandel von der Versorgerin zur Umsorgten. Im Hospiz reflektiert Christiane den Umgang ihrer Töchter mit der Erkrankung und hinterfragt ihre eigenen Werte und Wünsche auch in Bezug auf ihre Beerdigung.

Mit der Erzählung von Christianes Geschichte will der Film Verständnis schaffen für unterschiedliche Umgehensweisen mit einer tödlichen Krebserfahrung innerhalb von Familien.

Am 27.06. findet um 19:00 Uhr Rex Filmtheater Wuppertal (Kipdorf 29) die Premiere der Dokumentation "Was uns zusammenhält" über Krebs als Familienkrankheit statt. Der Eintritt in die Veranstaltung kostet 1 Euro. Im Anschluss an die Filmaufführung gibt es eine Publikumsdiskussion. Eine zweite Filmaufführung gibt es in Anwesenheit des Regisseurs Sebastian Bergfeld am 28.06. um 19.00 h im Hamburger Abaton-Kino, da die Protagonistin des Filmes Christiane Hamburgerin war. Weiter Informationen gibt es hier.

Auf der DVD gibt es weitere Bonusfilme, die am Premierenabend nicht gezeigt werden:
Kopf der Familie
Mit 42 Jahren wird bei Ralf, Vater zweier Töchter, ein Gehirntumor entdeckt. Nach der Operation bleiben Reste des Tumors zurück, die eine erneute Erkrankung und mögliche tödliche Folgen nach sich ziehen können. Trotz dieses drohenden Schicksals führt er mit seiner Frau den Kindern ein glückliches und bewusstes Familienleben. (20 Min)

Das Schweigen des Waldes
Anna-Lena ist 11 Jahre alt, als ihr Vater an Krebs erkrankt. Nach 10 Jahren schwerer Erkrankung stirbt er. In Interviews erinnert sich die Tochter an die Zeit mit ihrem Vater und redet über ihre Trauerbewältigung. (25 min)

Geschenkte Zeit
»Ihren Geburtstag könnten Sie noch schaffen, Weihnachten nicht.«, teilte ihr Onkologe Simone vor 18 Jahren mit. Die Diagnose damals war Schilddrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Doch wider alle Erwartungen lebt sie noch immer, mit dem Krebs, und es geht ihr gut … (12 min)

Fluss
Ein Experimentalfilm über Krebserkrankungen (3 Min.)