Mein ständiger Begleiter

Dokumentation über Menschen mit Tourette-Syndrom


Filmpremiere "Mein ständiger Begleiter" über Menschen mit Tourette-Syndrom 

am 14.06. im CinemaxX Wuppertal. Der Eintritt kostet 1 Euro. Im Anschluss an die Filmaufführung gibt es eine Publikumsdiskussion. DVD-Bestellungen können beim Medienprojekt Wuppertal vorgenommen werden. Foto: Medienprojekt Wuppertal

Heute findet um 19:30 Uhr im CinemaxX Wuppertal (Bundesallee 250) die Premiere der Dokumentation "Mein ständiger Begleiter" über Menschen mit Tourette-Syndrom und anderen Tic-Störungen statt. Der Eintritt in die Veranstaltung kostet 1 Euro. Im Anschluss an die Filmaufführung gibt es eine Publikumsdiskussion.

Die Dokumentation porträtiert drei Menschen, die mit dem Tourette-Syndrom leben. Sie erzählen ihre Geschichte von den ersten Tics bis zu ihrer Diagnose. Während bei Jana (20) schon in der Pubertät festgestellt wurde, dass sie vom Tourette-Syndrom betroffen ist, hat Rudolf (40) erst vor 1½ Jahren die Diagnose und damit einen Namen für sein Verhalten bekommen. Ben (35) wechselte seinen Arzt, als dieser ihn mit dem Tourette-Syndrom konfrontierte, weil er damals noch dachte, dass Tourette-Betroffene den ganzen Tag nur obszöne Worte herausschreien. Die drei ProtagonistInnen beweisen im Film über persönliche Interviews und Einblicke in ihr Leben das Gegenteil. Sie berichten von ihrem Alltag und wie es ist, in einer noch immer sehr schlecht informierten Gesellschaft zu leben, in der man sich ständig erklären muss oder sogar für verrückt gehalten wird. Wegen ihrer Tics stoßen sie immer wieder auf Empörung, wenn sie z. B. fremde Menschen unwillentlich beleidigt haben. Die Betroffenen versuchen ihre Tics zu unterdrücken, was sie unglaublich viel Kraft kostet und sehr unangenehm für sie ist.



Bei der medikamentösen Behandlung des Tourette-Syndroms bewegen sich viele Betroffene in einer rechtlichen Grauzone, da Cannabinol- und THC-haltige Präparate zwar nebenwirkungsarm helfen, aber offiziell für dieses Krankheitsbild nicht zugelassen sind. Überhaupt gibt es nur ein zugelassenes Medikament für die Erkrankung, das aber kein behandelnder Arzt mehr verschreibt. Neben den negativen Seiten erzählen die Betroffenen auch von ihren Liebesbeziehungen und von Momenten, in denen das Tourette-Syndrom für Komik in ihrem Leben gesorgt hat. 



Auch wenn der Film nicht alle Facetten des Tourette-Syndroms beschreiben kann, zeigt er, dass es weit mehr ist als das Herausschreien von sozial tabuisierten Worten. Die Dokumentation soll die Gesellschaft für mehr Akzeptanz sensibilisieren und Betroffene ermutigen, in der Öffentlichkeit zu ihren Tics zu stehen. Weitere Informationen gibt es hier.