Reise in die Vergangenheit

Die Orte der Kindheit filmen

Ob Sie nach dreißig Jahren zurückkehren oder nie weg waren: die Orte Ihrer Kindheit neu zu betrachten, eröffnet zahlreiche Ideen für ein außergewöhnliches Filmprojekt.

(Bildquelle: Christian Schnalzger)

Ob Sie nach dreißig Jahren zurückkehren oder nie weg waren: die Orte Ihrer Kindheit neu zu betrachten, eröffnet zahlreiche Ideen für ein außergewöhnliches Filmprojekt. Wir entwickeln verschiedene Herangehensweisen.

Die Autobahn ist das letzte Stück Weg, an dem keine Erinnerungen kleben. Von ihr abfahrend, beginnen die Parallelmontagen in meinem Kopf: Alte Häuser sind abgerissen, alte Parkplätze rotten vor sich hin, weil ihr Land offenbar einer Neubebauung nicht wert ist. Die Schule, das hässliche alte Zweckgebäude, hat einen neuen, „modernen“ Farbguss erhalten, was sie noch abwegiger erscheinen lässt. Ihr Vorplatz hat während meiner Abwesenheit eine bunte Kinderbemalung und deren Verbleichen durchlebt. Alles andere sieht nicht aus, als wäre es älter geworden: es war immer schon alt.

Einen Film finden
Einmal angekommen, folge ich meinem Verlangen zu filmen. Ich gehe los und nehme den Camcorder mit, einen kompakten Hochkant-Mini, ein unkompliziertes visuelles Notizbuch. Statt zurück in die Stadt, durch die ich auf dem Weg ankam, gehe ich gen Wald, wohin ich schon mit 13 geflüchtet war, wann immer ich es „zu Hause“ nicht mehr aushielt, halte, wie damals schon, das Objektiv auf alles, was mir in den Blick fällt: Dokumentation der Ziellosigkeit.