Flucht und Migration

Neue Perspektiven beim DOK.fest München 5.-15. Mai 2016 

Sonita Foto: DOK.fest München / Real Fiction Filmverleih

In fünf Wochen beginnt das DOK.fest München 2016. Das Festival rückt die großen Themen unserer Zeit in völlig andere, ungewohnte Perspektiven: Flucht, Migration und Integration. Die diesjährige Sonderreihe DOK.transit erzählt von den Ursachen der Flucht, von einer Gesellschaft in Umbruch – und berichtet aus der Perspektive der Betroffenen. Zum Beispiel Les Sauters: Darin schildert ein Flüchtling aus Mali sein Schicksal in einem marokkanischen Lager. Seit 14 Monaten lebt er hier mit Hunderten anderen – ein selten tiefer Einblick in die Lebensrealität von Migranten an den Außengrenzen Europas. Genauso nah kommt Café Waldluft jungen Männern aus Syrien, Afghanistan und Sierra Leone. Sie leben in einem Touristenhotel in Berchtesgaden und müssen sich in der Welt der bayerischen Berge zurechtfinden.

"Dürfen wir die Globalisierung für den Markt fordern und sie für Menschen in Not verhindern?", sagt Festivalleiter Daniel Sponsel. "Multikulturelle Gesellschaften sind weltweit längst gelebte Realität und auch in Deutschland gibt es seit der Gastarbeitergeneration und den Balkankriegen beispielhafte Koexistenzen. In unserer Reihe DOK.transit zeigen wir auch, wie das aussehen könnte." An DOK.transit schließt ein weiteres Special an: Festival in Exile: Syria. Somar Jbawi, Festivalmacher in Damaskus, ist mit drei Filmen zu Gast. Zu sehen sind aktuelle Momentaufnahmen von Syrien, einem Land im Kriegszustand.

Haus des Dokumentarfilms stiftet Preis des Pitchwettbewerbs
Das DOK.fest freut sich, das Haus des Dokumentarfilms als neuen Partner gewonnen zu haben. Die renommierte Stuttgarter Institution stiftet den Nachwuchspreis des Hauses des Dokumentarfilms. Ausgezeichnet wird der Sieger des Pitchwettbewerbs, der dieses Jahr erneut im Rahmen der Branchenplattform DOK.forum stattfindet. Film-Studierende präsentieren hier neue Dokumentarfilmstoffe. Der Sieger erhält eine Projektförderung in Höhe von 2.500 Euro, die Preisverleihung ist am 14. Mai im Audimax der HFF. Das Haus des Dokumentarfilms ist ein in Europa einzigartiges Medienforum zur Sammlung, Förderung und Erforschung des deutschsprachigen und internationalen Dokumentarfilms.
 
Drei Festivalhighlights: Sonita
Die 18-jährige Sonita rappt in einem Land, in dem das Singen Frauen verboten ist. Ihre Themen: soziale Probleme und Frauenrechte. Doch dann soll das Mädchen auf Wunsch ihrer Familie zurück in ihre Heimat Afghanistan, um einen fremden Mann zu heiraten – die Familie braucht den „Brautpreis“.  Sonita wird bei der Deutschlandpremiere am 7. Mai anwesend sein – und auf der Bühne rappen (Regie: Rokhsareh Ghaem Maghami/ Deutschland, Iran, China 2015 / DOK.international / Kinostart: 12. Mai 2016).

Zweikämpfer
Der Film begleitet arbeitslose Ex-Bundesliga-Fußballer, die sich im Trainingscamp der Spielergewerkschaft VDV fit halten – und verzweifelt hoffen, noch bei einem Verein unterzukommen. Mit jeder Woche des Sommers steigt der Druck auf Nico Frommer, Julian Lüttmann oder Benjamin Schüßler. Filmemacher Mehdi Benhadj-Djilali begleitete die Spieler bis nach Hause, wo die Familien ihre Existenzängste teilen (Regie: Mehdi Benhadj-Djilali / Deutschland 2016 / DOK.deutsch).

Vom Lieben und Sterben
Robert Wolf, Gitarrist der erfolgreichen Band Quadro Nuevo, ist nach einem Unfall vom Hals ab gelähmt. Seine Lebensgefährtin plant mit bedingungsloser Liebe die gemeinsame Zukunft, doch Robert will nicht auf Dauer ein Leben in Abhängigkeit führen. Das Paar gibt mit völliger Offenheit Einblick in seinen Gefühlskampf. Am Ende steht eine lebenshungrige Frau einem Mann gegenüber, der mit dem Leben abgeschlossen hat (Regie: Katrin Nemec / Deutschland 2016 / DOK.deutsch).