Neudecks kleine Kamerakunde

„Mach doch mal schnell ...“

Diesen Spruch kennt vermutlich jeder Kameramann.

(Bildquelle: Michael Lemke / pixelio.de)

Diesen Spruch kennt vermutlich jeder Kameramann. Die meisten – auch ich – reagieren darauf in der Regel reichlich genervt. Schnell mal die Kamera in eine Richtung halten und gleichzeitig hochwertige Bilder abliefern, passt einfach nicht zusammen. Dieses Mal meinte mein Regisseur es allerdings wörtlich. Wir waren für einen Industriefilm in China unterwegs und suchten nach einem Motiv, mit dem sich die Themen Geschwindigkeit und Zeit visualisieren ließen. Das Problem: Zeit hatten wir eigentlich keine. Deshalb entschieden wir uns für die naheliegendste, aber nach wie vor wirkungsvolle Lösung: Die Zeitrafferaufnahme einer belebten Shopping-Zone von kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Das war nebenbei auch noch praktisch, denn während die Kamera lief, konnte unser Team an einem Straßenverkauf etwas Leckeres essen!Um Bilder wie dieses zu realisieren, gibt es mehrere Möglichkeiten: Man kann die Kamera über einen längeren Zeitraum laufen lassen und das Filmmaterial im Schnitt nach Belieben raffen. Der Nachteil: Es entsteht eine riesige Materialmenge, die ganz ordentlich Speicherplatz frisst. Bei sehr langsam ablaufenden Vorgängen, etwa dem Öffnen einer Blüte, ist es schier undenkbar so zu arbeiten.