Filmische Gestaltungsmittel

Vom Kino lernen: Die dramatische Spannung

Spannung lässt sich in einer Story als Bogen darstellen.

Mystery-Spannung: Ein Junge versucht das Geheimnis eines aufziehbaren Automatenmenschen zu ergründen und stößt dabei auf ein weiteres. (Asa Butterfield und Chloe Grace Moretz in „Hugo Cabret“, USA 2011, Regie: Martin Scorsese, Bildquelle: Paramount)

Wenn der Zuschauer im Kino zusieht, wie die Filmfiguren ihre Konflikte austragen, sollte er ständig im Zweifel gehalten werden, ob der Held/die Heldin tatsächlich gewinnen kann. Das paradoxe Lustgefühl, das aus diesen Zweifeln entspringt, nennt man Spannung. Sie darf – bis auf einige Erholungspausen – nie nachlassen und muss sich bis zum Höhepunkt des Films immer weiter steigern.

Spannung lässt sich in einer Story als Bogen darstellen. Es gibt einen Hauptspannungsbogen, der von Anfang bis Ende reicht und die Frage betrifft, ob das Hauptproblem der Geschichte zu einem vom Zuschauer erwünschten Ende führt oder nicht. Darüber hinaus gibt es weitere, kleinere Spannungsbögen, die sich auf die Frage beziehen, ob der Held/die Heldin die vielen Widerstände, die sich ihm/ihr entgegenstellen, bewältigen kann oder nicht. Sogar jede einzelne Szene sollte für sich ebenfalls eine Spannung enthalten. Man spricht also von Hauptspannung, Subspannungen und Detailspannungen. Das gilt für die großen Epen ebenso wie für Kurzfilme.