Quer durch’s Spektrum

Mit Mischlicht sicher umgehen

Farben machen Wirkung.

Auf dem Rummelplatz ist es unvermeidlich, dass die Musikbeschallung mit auf den Film gelangt. Solange sie durch die Nachbearbeitung keine dramaturgische Funktion bekommt, ist das unkritisch.(Bildquelle: Christian Schnalzger)

Farben machen Wirkung. Verschiedene Lichtquellen unterschiedlicher Farbspektren in einer Szene machen Schwierigkeiten – oder, umsichtig eingesetzt, großartige Wirkung. Wir skizzieren die Möglichkeiten.

Wie bekommt man stilvolle Bilder bei Mischlicht? Das Ausbalancieren von Farben hatten wir ja erst unlängst thematisiert – allerdings mit der Annahme, das Licht dieser Farben käme von einer einzigen Lichtquelle – Sonne, Dämmerung oder Glühbirne. Treffen zwei, drei oder mehr davon aufeinander, wird es schwieriger. Das untrainierte Auge nimmt alle gleich wahr; das Gehirn filtert, effizienter als jeder Weißbalance-Algorithmus, unterschiedliche Lichtfarbtöne aus und sieht, durch gespeicherte Vorbilder, die Objektfarben dahinter. Daher erscheint uns „weißes“ Papier immer weiß, egal ob wir es unter Kunst- oder Sonnenlicht betrachten, und egal auch, ob das Papier selbst bläulich chlorweiß ist oder leicht vergilbt gelbweiß. Ein Unterschied fällt uns bestenfalls im direkten Vergleich auf.

Andere Lichtquelle, andere Lichtfarbe
In Wahrheit aber ist das Licht einer Glühbirne ein ganz anderes, wärmer und von reduziertem Farbspektrum, als Sonnenlicht. Mehr noch, das Licht einer Glühbirne ist auch ein anderes als das von Energiesparbirnen oder Leuchtstoffröhren. Ein objektives Medium wie der Bildwandler einer Kamera hat keine Objektfarben-Datenbank im Hinterkopf. Dafür hat die Kamera eine Weißbalance-Automatik, die eine weiße oder neutralgraue Bildfläche vermisst und frei von Farbstichen grau wiedergibt.