Filmische Gestaltungselemente

Vom Kino lernen: Humor im Kino

Vom Kino lernen: Humor im Kino

Wenn der Polizist beim Anblick eines Mordopfers sagt: „Gut aussehender Typ“… (Brendan Gleeson in „The Guard – ein Ire sieht schwarz“, Irland 2011, Regie: John Michael Mcdonagh (Bildquelle: Arnold H. Müller / Ascot Elite)

Humor kann man klassifizieren. Und damit wollen wir uns in diesem Beitrag befassen. Zunächst sollen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – einige Grundelemente des Humors im Film erläutert werden.

Es gibt nur wenige Spielfilme, in denen es absolut nichts zu lachen gibt. Selbst Thriller oder Horrorfilme brauchen ab und zu etwas zum Lachen, denn man kann das Publikum nicht ununterbrochen unter Hochdruck halten. Man muss die Spannung ab und zu lösen, damit man sie wieder hochtreiben kann – hier hilft ein befreiendes Lachen zwischendurch.

Was ist ein Gag?
Mit dem Wort Gag bezeichnet man einen überraschenden, meist witzigen Effekt. Der Gag ist genau genommen die kleinste komische Einheit. Er kann visuell oder mit Worten auftreten oder beides. Er besteht aus einer Prämisse, die eine normale Situation zeigt, und einer unerwarteten Pointe. Ein Running Gag ist ein Gag, der sich mehrfach mit Variationen wiederholt. Wie etwa in dem Film „Fluch der Karibik“ Teil 1, wo es es gleich mehrere Running Gags gibt. Abgesehen von Captain Sparrow, der selbst ein permanenter Running Gag ist, gibt es den Piraten, dem immer das Glasauge herausfällt (Bildgags) und die zwei Grenadiere, die nie begreifen, was gerade los ist (Wortgags).

Was ist Wortwitz?
Wenn das Komische oder Humoristische vor allem in Form von schlagfertigen Dialogen daherkommt, spricht man von Wortwitz. Im Unterschied zum rein visuellen Gag muss der Zuschauer beim Wortwitz eine geistige Leistung vollbringen: Er muss ihn verstehen. Nicht umsonst ist Tante Lisa immer das nächste Lachopfer, weil man ihr jeden Witz erst erklären muss.