Ulrich Seidl zu Gast in Regensburg

Der österreichische Extremfilmer ist Gast beim Filmfest Heimspiel 7

Der österreichische Extremfilmer ist Gast beim Filmfest Heimspiel 7

Der österreichische Extremfilmer Ulrich Seidl ist Gast beim Filmfestival Heimspiel 7 Foto: Heimspiel Filmfest

Ulrich Seidl zählt er zu den wichtigsten europäischen Filmschaffenden der Gegenwart. Der österreichische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Ulrich Seidl gilt vielen als Extremfilmer, der in seinen poetischen Spiel- und Dokumentarfilmen auf die Abgründe des Menschlichen blickt, dabei jedoch niemals die Würde des Einzelnen aus dem Blick verliert. Vom 20. bis 22.11. wird Seidl bei Heimspiel 7 zu Gast sein und im Rahmen einer Werkschau für sein faszinierendes Schaffen geehrt.

Ein Grenzgänger zwischen Provokation und Empathie

Als Sohn einer streng katholischen Arztfamilie in der niederösterreichischen Provinz aufgewachsen, studiert Seidl zunächst an der Wiener Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, wo er schon mit seinen ersten Kurzfilmen Einsvierzig und Der Ball für Furore sorgt. Die Folge: Seidl „wird gegangen“, so sagt er selbst, und widmet sich fortan dem Genre des Dokumentarfilms. In den einzigartigen Gesellschaftsstudien Good News, Tierische Liebe oder Mit Verlust ist zu rechnen entwickelt er nicht nur seinen unverkennbaren Stil zwischen dokumentarischem Realismus und extremer Stilisierung, er verdankt ihnen außerdem zahlreiche Preise und einen Ruf als Skandalfilmer. Mit seinen Spielfilmen Hundstage, Import Export und der Paradies-Trilogie wird der Österreicher schließlich auch international gefeiert. Für seine letzte Arbeit, Im Keller, kehrt Seidl zu seinen dokumentarischen Wurzeln zurück.

Seidl hält nicht viel von Grenzen – weder von Genregrenzen zwischen Dokumentation und Fiktion, noch von den "Grenzen des Zumutbaren" für Darsteller und Zuschauer. Seine Filme sind Herausforderungen, Außenseiterstudien, Filme über Liebe, Alter, Tod, Einsamkeit und soziale Ungerechtigkeit. Dass sie dabei niemals ins Voyeuristische abrutschen verdanken sie nicht zuletzt der poetischen und fast surrealistisch-magischen Bildsprache des Autorenfilmers. Seidls Filme bleiben empathisch, immer ganz nah am Menschen und machen den komplexen Ausnahmekünstler zu einem der wichtigsten zeitgenössischen Filmemacher.

Werkschau Ulrich Seidl bei Heimspiel 7
Heimspiel 7 widmet Seidl am Festivalwochenende vom 20. bis 22.11. eine umfangreiche Werkschau und zeigt Filme aus einem Vierteljahrhundert seines künstlerischen Schaffens. Darunter frühe Werke und persönliche Favoriten des Ausnahmeregisseurs wie den Dokumentarfilm Mit Verlust in zu rechnen (20.11.), das in Venedig mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnete abgründige Vorstadtportrait Hundstage (20.11.) oder den legendären Import Export (22.11.), eine Parabel über die Suche nach dem Glück im vereinigten postkapitalistischen Europa. Neben seiner überragenden Paradies-Trilogie (21.11.) zeigt das Filmfest außerdem Seidls aktuellsten Dokumentarfilm Im Keller (20.11.), der bereits vor ausverkauftem Haus bei Heimspiel 6 lief. Ebenfalls im Programm findet sich der von ihm produzierte Austro-Schocker Ich seh, ich seh (22.11.).

Ulrich Seidl selbst wird während der gesamten Werkschau in Regensburg zu Gast sein. In der Kinolounge im Andreasstadel wird er am 21.11. und 22.11. jeweils um 15.00 Uhr zu hören sein: zunächst im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Politik, Praxis und Ästhetik des Dokumentarfilms, dann im 1:1 Gespräch mit Lukas Liska, wo er auch Fragen des Publikums beantworten wird. Der Eintritt ist jeweils frei.