Ein neues Kapitel Audio-Exzellenz

Sennheiser will den besten Kopfhörer der Welt anbieten

Sennheiser will den besten Kopfhörer der Welt anbieten

Der vielleicht beste Kopfhörer der Welt Foto: Sennheiser

Audiospezialist Sennheiser definiert die Grenzen audiophilen Klangs neu: Mit dem gleichnamigen Nachfolger des legendären Orpheus stellt Sennheiser einen neuen Referenzkopfhörer vor, der ein nie dagewesenes Klangerlebnis ermöglicht. Das elektrostatische Kopfhörersystem vereint ein einzigartiges Verstärkerkonzept mit ausgewählten Materialien und hochwertigster Verarbeitung. Ein Frequenzbereich jenseits der menschlichen Wahrnehmung und der niedrigste Klirrfaktor, der jemals bei einem Audiowiedergabesystem gemessen wurde, sind nur einige der technischen Merkmale dieses Meilenstein-Produkts. Damit lässt Sennheiser keinen Zweifel daran, dass es sich bei dem exklusiven Orpheus um den besten Kopfhörer der Welt handelt.

Ein High-End-Gerät zu bauen, das so brillant klingt, als würde man direkt im Konzertsaal sitzen; eine Akustik zu erschaffen, die über alles bislang Gehörte hinausgeht: Das ist die Vision, die Sennheiser seit jeher antreibt. Im Jahr 1990/1991 gelang dem Audiospezialisten genau das: Sennheiser überraschte die Audiowelt mit einem Ingenieursmeisterstück, das alle bis dahin geltenden Vorstellungen über die Leistungsgrenzen von Kopfhörern sprengte. Der Orpheus, ein elektrostatischer Kopfhörer mit einem eindrucksvollen 500-Volt-Röhrenverstärker, wurde zu einer Ikone der Audiobranche und galt als bester Kopfhörer der Welt – bis heute.

Ein patentiertes Verstärkerkonzept für unvergleichlichen Klang
Klang so natürlich und detailgetreu wie möglich wiederzugeben: Mit dem neuen Orpheus ist Sennheiser diesem Ziel so nah gekommen wie niemand zuvor. „Wie kein anderes Wiedergabesystem vermag es der Orpheus, das Gehirn zu täuschen. Er schafft die absolut perfekte Illusion, direkt in den Klang eintauchen zu können“, beschreibt Daniel Sennheiser das Audioerlebnis. Dafür nutzt der Kopfhörer ein völlig neuartiges Verstärkerkonzept, das die überlegene Impulsverarbeitung eines Röhrenverstärkers mit dem niedrigen Klirrfaktor eines Transistorverstärkers in Perfektion vereint.

Acht Vakuumröhren bilden das Herzstück des Verstärkers, der das eingehende Audiosignal verarbeitet. „Röhrenverstärker glänzen durch ihre überlegene Impulsverarbeitung“, sagt Axel Grell, Portfolio Manager Audiophile bei Sennheiser. „Eine Herausforderung ist jedoch ihre Empfindlichkeit gegenüber jeglichem Schall, der über feste Gegenstände und die Luft übertragen wird.“ Aus diesem Grund wurde das Gehäuse aus granularem, inhomogenem Carrara-Marmor gefertigt und mit dem Verstärker schwingend aufgehängt. Durch die Entkopplung der Röhren in Kombination mit den dämpfenden Eigenschaften des Marmors wird die Übertragung von Körperschall auf ein absolutes Minimum reduziert. Auch die Röhren selbst sind durch eine zum Patent angemeldete Umhüllung aus hochqualitativen Quarzglaskolben perfekt gegen Schalleinflüsse geschützt und vollkommen von der Umgebung abgeschirmt.

Die dem Röhrenverstärker folgende und patentierte Hochvoltverstärkerstufe wurde direkt in den Kopfhörer integriert. Das Ergebnis ist beeindruckend: eine im Vergleich zu anderen Produkten um 200 Prozent höhere Effizienz. „Bei elektrostatischen Kopfhörern wird der Großteil der Verstärkerleistung dazu aufgewendet, das Kabel zwischen Kopfhörer und Röhrenverstärker umzuladen. Für die tatsächliche Schallerzeugung bleibt so nur etwa ein Drittel der erzeugten Leistung“, erklärt Axel Grell. „Unser Ansatz war es deshalb, die Wechselspannung nicht am Anfang des Kabels auf hohe Spannungen zu verstärken, sondern dort, wo sie wirklich benötigt werden – direkt bei den goldbedampften Keramik-Elektroden im Kopfhörer.“ Der große Vorteil dieses Aufbaus ist die minimale Strecke zwischen Verstärker und Membran, die beim neuen Orpheus weniger als einen Zentimeter beträgt. Auf diese Weise benötigt das Kopfhörersystem sehr viel weniger Leistung zur Umladung, weil die Stromkapazitäten viel geringer sind. Mit einer Spannung von nur etwa fünf Volt wird das Musiksignal symmetrisch zum in den Kopfhörer integrierten Hochvoltverstärker übertragen und dort verstärkt. Dies ermöglicht eine extrem hohe Impulstreue bei relativ geringem Leistungsaufwand. Die verwendeten MOS-FET-Transistoren haben genau wie die Röhren des Röhrenverstärkers eine quadratische Kennlinie, um harte Verzerrungen zu verhindern, die bei Verstärkern mit bipolaren Transistoren entstehen.

Goldbedampfte Keramik-Elektroden und platinbedampfte Membranen
Die Materialwahl des Orpheus wurde bis ins kleinste Detail durchdacht, um das Klangpotenzial des Referenzkopfhörers voll auszuschöpfen. Jedes der mehr als 6000 Einzelteile wurde mit Bedacht ausgewählt, die  akustischen Eigenschaften beurteilt und schließlich die optimale Kombination zusammengestellt. Denn das Zusammenspiel aller Komponenten macht am Ende die Klangeigenschaften des Kopfhörers aus. So setzt Sennheiser für eine herausragende Leistung der Akustikeinheit auf goldbedampfte Keramik-Elektroden und platinbedampfte Membranen.

„Bei der Entwicklung der Elektroden galt es, ein Material zu finden, das absolut steif ist, um selbst bei Frequenzen im Bereich von drei bis vier Kilohertz eventuell auftretende Klirrspitzen zu vermeiden“, erklärt Axel Grell. Vor diesem Hintergrund wählten die Ingenieure schließlich Keramik – ein Material, das durch seine innere Dämpfung und granulare Struktur viel resistenter gegenüber Resonanzen ist als beispielsweise Glas. Die Herstellung solcher Keramikelektroden ist jedoch komplex: Keramik kann weder geätzt noch adäquat gebohrt werden. Aus diesem Grund stellt Sennheiser die Elektroden in einem aufwendigen Spritz- und Schleifprozess her. Anschließend werden sie mit Gold bedampft, um eine optimale elektrische Leitfähigkeit zu gewährleisten.

Auch bei der Beschichtung der Membranen ist die Materialwahl und -verarbeitung entscheidend: Nach intensiven Tests fiel die Wahl auf eine Bedampfung aus Platin. Die Stärke der gesamten Membran misst exakt 2,4 Mikrometer. Im Hinblick auf das Verhältnis von Membranstärke und der angekoppelten Luftmasse sind 2,4 Mikrometer optimal, um eine kontrollierte Schwingung der Membran zu ermöglichen – das haben die umfassenden Untersuchungen des Entwickler-Teams ergeben. „Hier gilt nicht, je dünner, desto besser, sondern das Optimum zu finden“, so Axel Grell.

Natürlich handelt es sich auch bei den Kabeln um eine Sonderanfertigung: Die achtadrigen Hochleistungslitzen aus sauerstofffreiem Kupfer sind mit einer Schicht aus Silber überzogen, die durch ihre optimale Leitfähigkeit eine perfekte Übertragung des Audiosignals ermöglicht. Ummantelt ist das Ganze mit einer Isolationsschicht, die durch einen Mix aus unterschiedlich strukturierten Materialien, die auf das Kabel einwirkenden Schallwellen eliminiert.

Ultrabreiter Frequenzbereich und weltweit niedrigster Klirrfaktor
Mit dem einzigartigen Schallwandler kann der neue Orpheus einen Frequenzbereich von 8 Hertz bis über 100 Kilohertz abbilden. Das ist weit unterhalb und oberhalb des menschlichen Hörvermögens. Dennoch wirkt sich der große Frequenzbereich auf das Klangerlebnis aus. Im hörbaren Bereich musiziert der Kopfhörer völlig unangestrengt und nahezu frei von Verzerrungen.

Bei einem Kilohertz und einem Schalldruckpegel von 100 Dezibel beträgt der Klirrfaktor des High-End-Kopfhörers lediglich 0,01 Prozent und reproduziert den Klang der Audioquelle somit so unverfälscht und detailgetreu wie kein anderes Produkt in der Audiowelt. Bei der Klangreinheit dringt Sennheiser damit in Bereiche vor, die niemals zuvor bei einem Klangwiedergabesystem gemessen wurden. Selbst die kleinsten Nuancen der Musik werden hörbar. „Bei Musikstücken, die ich teilweise seit Jahrzehnten kenne, habe ich auf einmal Details gehört, die ich nie zuvor wahrgenommen habe“, beschreibt Axel Grell das Hörerlebnis mit dem neuen Orpheus. „Mich berührt so etwas – und auch jeder andere Hörer wird von dieser einzigartigen Audioerfahrung begeistert sein. Denn am Ende geht es bei Musik um Emotionen.“

Technologie jenseits der Referenz
Der Orpheus kann mit den verschiedensten analogen und digitalen Audioquellen betrieben werden. Neben symmetrischen Eingängen verfügt das Kopfhörersystem über asymmetrische Eingangsbuchsen; die eingehenden Signale werden vor der Weiterverarbeitung symmetriert. Digitale Audioquellen werden per S/PDIF (optisch und koaxial) oder USB angeschlossen. Zur Konvertierung der digitalen Musikdaten in analoge Signale nutzt der Orpheus den ESS SABRE ES9018 Chip – eine Referenz im Bereich der Digital-Analog-Wandler. Im Orpheus wandeln seine acht internen DACs digitale Audiodaten mit einer Auflösung von 32 Bit und einer Abtastrate von bis zu 384 kHz oder DSD Signale mit 2,8 MHz und 5,6 MHz in symmetrische Analogsignale. Pro Stereokanal sind vier DACs zur Rauschminderung parallel geschaltet. So wird das gesamte Frequenzspektrum hochwertiger Audioquellen unverfälscht übertragen. Die Schaltung wurde  für den vollsymmetrischen Aufbau des Orpheus optimiert.

Spitzenklang mit allen Sinnen erleben
Das einzigartige Orpheus-Erlebnis beginnt bereits lange vor dem Hören: Bei Druck auf den Lautstärkeregler fahren zunächst die Bedienelemente auf der Vorderseite langsam aus dem Verstärkergehäuse, bevor die mit Quarzglas ummantelten Vakuumröhren nach oben fahren und zu glühen beginnen. Schließlich hebt sich automatisch eine Glasabdeckung, sodass der Kopfhörer entnommen werden kann. „Es ging uns um eine sinnliche Erfahrung und die Verwendung hochwertigster Materialien“, so Axel Grell.
 
Der Marmor, den Sennheiser für das Verstärkergehäuse wählte, stammt aus dem italienischen Carrara und ist die gleiche Marmorart, aus der Michelangelo einst seine Skulpturen schuf. Die Drehschalter für die Quellenwahl und Lautstärkeregelung sind aus einem einzelnen Stück Messing gefräst und werden im Anschluss mit einer Schicht Chrom überzogen. Die jeweilige Stellung der insgesamt vier Regler wird von einem Mikroprozessor gesteuert und über hochwertige Relais umgesetzt. Jedes Element ist via Fernbedienung ansteuerbar und folgt den Einstellungen, die der Hörer vornimmt: Legt man etwa den Eingangsschalter ferngesteuert von USB auf Balanced um, dreht sich auch der zugehörige Knopf.

Verfügbarkeit und Preis
Entwickelt und konstruiert wurde der Orpheus am Sennheiser-Unternehmensstammsitz in Deutschland. Hier wird das neue Referenzprodukt in Zukunft auch gefertigt werden. Erhältlich ist es ab Mitte 2016 für einen Preis um  50.000 Euro.