Regensburg wird zum Mekka für Filmschaffende

Gästestelldichein bei Filmfest Heimspiel 7

Gästestelldichein bei Filmfest Heimspiel 7

Regensburg wird zum Mekka für Filmschaffende Foto: Filmfest Heimspiel

Dass sich Heimspiel in den letzten sieben Jahren zu Regensburgs größtem Kinoevent entwickelt hat, zeigt sich in diesem Jahr ganz besonders an seinen hochkarätigen Gästen: Prominente Filmschaffende geben sich in der Festivalwoche die Klinke in die Hand und lassen die Domstadt in cineastischem Glanz erstrahlen.

Fulminante Festivaleröffnung mit hohem Besuch aus Frankreich
Schon der Eröffnungsabend verspricht Festivalflair pur: Wenn sich am 19.11. die ersten Zuschauer vor dem Regensburger Ostentorkino versammeln und mit einem Gläschen Sekt in der Hand auf die Opening Night warten, ist der offizielle Startschuss für eine Woche Kinokultur nicht mehr weit. Um 21:00 Uhr heißt es Vorhang auf für La Résistance de l’Air von Fred Grivois. Der Franzose wird sein konsequentes Regiedebüt selbst im Ostentorkino vorstellen. Mit seiner fantastisch inszenierten, düsteren Atmosphäre, der unvergleichbaren Soundkulisse und Reda Kateb in Höchstform verspricht der High-Intensity-Thriller 98 Minuten Hochspannung. Zum Runterkommen sorgt die Regensburger Band Dress mit ihrer wunderbar delirierenden Mischung aus Shoegaze, Indierock und Dreampop im anschließenden Live-Konzert in der Kinokneipe für einen gebührenden Abschluss des ersten Festivaltages. Musikfreunde können sich außerdem auf ein weiteres Sounderlebnis freuen: Am 21.11. vertont das Trio Elf Robert Wienes Das Cabinet des Dr. Caligari. Die gefeierte Jazz-Combo um Schlagzeugikone Gerwin Eisenhauer befindet sich derzeit auf Welttournee und wird dem ohnehin höchst expressiven und abstrakt-phantastische Stummfilmklassiker durch die Neuvertonung noch mehr Ausdruckskraft verleihen.

Die Liste der prominenten Gäste ist lang
Als diesjährigen Ehrengast begrüßt das Festival die Kinolegende Ulrich Seidl. Im Rahmen einer umfassenden Werkschau wird der Österreicher vom 20.11 bis 22.11. in Regensburg zu Gast sein und  es sich nicht nehmen lassen, mit Publikum und Filmexperten ins Gespräch zu kommen. Auch der gefeierte Berliner Nachwuchs-Dokumentarfilmer Jan Soldat sorgte bereits mit seinem ersten Film, der Fetisch-Dokumentation Haftanlage 4614, für Diskussionsstoff. Am 21.11. wird er seine außergewöhnliche Arbeit dem Regensburger Publikum vorstellen, das sich im Laufe des Festivals auf zahlreiche weitere prominente Gäste freuen darf: Als einer der wichtigsten deutschen Regisseure schrieb Edgar Reitz mit seinem Jahrhundertepos Heimat Filmgeschichte, sein mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnetes Spielfilmdebüt Mahlzeiten läuft am 23.11. bei HEIMSPIEL 7. Regisseur Gerd Schneider bezieht mit seinem Drama Verfehlung am 24.11. Stellung zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche, Peter Fleischmann ist am 22.11. mit Jagdszenen aus Niederbayern, seinem frühen Klassiker des Neuen deutschen Films zu Gast und Philipp Leinemann stellt am 24.11. seinen Debütfilm Wir waren Könige vor. Auch prominente Schauspieler zählen zu den Gästen von Heimspiel 7: Am 25.11. wird Charakterdarstellerin Katy Karrenbauer Rosa von Praunheims Andreas Marquardt-Biographie Härte präsentieren und der deutsche Film- und Theaterdarsteller Rudolf Waldemar Brem ist gleich mit zwei Filmen vertreten: als einer der frühen Weggefährten Fassbinders ist er am 22.11. beim zeitlos beeindruckenden Katzelmacher mit von der Partie. Über 40 Jahre später spielt er in der bitterbösen Deutschlandsatire Toilet Stories, die am 23.11. bei HEIMSPIEL zu sehen sein wird.

Geballte Filmkompetenz bei Heimspiel 7
Als universitär unterstütztes und von Studenten der Medienwissenschaft mitorganisiertes Filmfest liegt Heimspiel auch der künstlerisch-wissenschaftliche Dialog besonders am Herzen. Zu den Filmwissenschaftlern, die das Festival in diesem Jahr sachkundig begleiten werden, zählen unter anderem der critic.de-Chefredakteur und Vorstandsmitglied des Verbands der deutschen Filmkritik Frédéric Jaeger. Gemeinsam mit Festivalleiter Sascha Keilholz und Kinobetreiber Medard Kammermeierwird er am 20.11. in einer Podiumsdiskussion über Chancen und Probleme des zeitgenössischen deutschen Kinos sprechen. Außerdem werden Miriam Jakobs und Gerhard Schick bei Heimspiel zu Gast sein. Mit ihrer Lehr- und Beratungstätigkeit bei filmundkontext bewegen sich die beiden gekonnt zwischen Theorie und Praxis und führen das Publikum am 21.11. im Rahmen einer Podiumsdiskussion durch ein Gespräch mit den Dokumentarfilmern Ulrich Seidl und Jan Soldat.