Heimspiel 7

Am 19. November startet Regensburger Langfilmfestival "Heimspiel"

Am 19. November startet Regensburger Langfilmfestival "Heimspiel"

Am 19. November startet Regensburger Langfilmfestival "Heimspiel" Foto: Filmfest Heimspiel

In knapp einem Monat startet die siebte Ausgabe von Heimspiel. Vom 19. bis zum 25. November schlägt dank Regensburgs größtem Langfilmfestival die Woche der Cineasten an der Donau. Die diesjährige Werkschau steht im Zeichen der österreichischen Kinolegende Ulrich Seidl. Dessen ebenso poetische wie radikale Dokumentar- und Spielfilme gehören zum Repertoire der wichtigsten internationalen Filmfestivals. Neben seiner von Publikum und Kritik gefeierten Paradies-Trilogie zeigt Heimspiel unter anderem "Mit Verlust ist zu rechnen", den persönliche Favoriten des Ausnahmeregisseurs. Seidl, einer der wichtigsten gegenwärtigen europäischen Filmemacher, wird während der gesamten Werkschau in Regensburg zu Gast sein.

Hommage Klaus Lemke
Nach Roland Klick ehrt Heimspiel dieses Jahr mit Klaus Lemke einen weiteren großen Solitär des neuen deutschen Kinos. „Lemke ist Guerilla, Underground, Kult […] Deutschlands Filmlandschaft wäre öder ohne Lemke", so Christiane Peitz, „Klaus Lemke ist eben doch der beste aller deutschen Regisseure“ resümiert Lukas Foerster. Heimspiel zeigt mit dem RAF-Film "Brandstifter" (1969) sowie dem Hamburger Kult-Kiez-Klassiker "Rocker" (1972) zwei frühe Werke, mit denen Lemke deutsche Filmgeschichte schrieb.

Ein Fest der Highlights
Heimspiel zeigt die besten Filme des Jahres und setzt auch 2015 auf Globales genauso wie Radikales. So dürfen bei den Internationalen Highlights Neuentdeckungen wie das von einer düsteren Soundkulisse getriebene Regiedebüt "La résistance de làir" (Offizieller Eröffnungsfilm), die indische End-New-Hollywood-Hommage "Sunrise"  (Centre Piece) und der so hypnotische wie bildgewaltige Trip durch das Innerste des südamerikanischen Regenwaldes, "El Abrazo de la Serpiente" (Offizieller Abschlussfilm) genauso wenig fehlen wie der aberwitzige argentinisch-uruguayische Endzeitfilm "Parabellum".

Jacques Audiards brisant aktuelles Flüchtlingsdrama "Dheepan", das in diesem Jahr die Goldene Palme in Cannes gewann, wird genauso zu sehen sein wie Gaspar Noés kompromissloses, explizites Erotikdrama "Love". Peter Stricklands "The Duke of Burgundy" setzt ebenfalls auf visuell überwältigend in Szene gesetzte Erotik, während Joachim Tries "Louder than bombs" filmische Formen des Erinnerns findet.

Die Sektion Deutsche Highlights Plus widmet sich den spannendsten, innovativsten und mutigsten Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum, darunter der von einem irren, epochalen Soundtrack getriebene "Jack" über den legendären österreichischen Frauenmörder Jack Unterweger mit einem brillanten Johannes Krisch. Berlins Underground/Guerillafilmer Jan Soldat präsentiert seine außergewöhnliche Fetisch-Dokumentation "Haftanlage 4614" und Kultschauspieler Rudolf Waldemar Brem die bitterböse Satire "Toilet Stories". Aus der Schweizer Nachbarschaft läuft der abgründige "Nichts passiert" mit Devid Striesow im Programm.

Protestkino. Gesellschaft und Kino im Umbruch, Aufbruch und Aufruhr
Im Angesicht der Diskussionen um neue europäische Grenzen und/oder die humane Integration von Flüchtlingen blickt Heimspiel 7 mit der historischen Sektion Protestkino. Gesellschaft und Kino in Umbruch, Aufbruch und Aufruhr zurück auf eine frühere hoch politisierte Phase unserer Gesellschaft.

Im Anschluss an das Oberhausener Manifest befreit eine Gruppe engagierter unabhängiger Filmemacher das Kino aus seiner Theater- und Fernsehkulissen-Nachkriegs-Lethargie. Bahnbrechend sind dabei Harun Farockis provokative frühe Kurzfilme, die  Heimspiel 7 als Double-Feature mit Roman Brodmanns Grimme-prämiertem "Der Polizeistaatsbesuch" präsentiert. Sie sind genauso tragisch aktuell wie Rainer Werner Fassbinders "Katzelmacher", eine Studie über die zum Scheitern verurteilte Integration eines griechischen Gastarbeiters in das soziale Gefüge eines Münchner Wohnhauses. Weitere Wiederentdeckungen sind Werner Herzogs exzentrischer "Auch Zwerge haben klein angefangen" sowie Edgar Reitz Debüt "Mahlzeiten" und Peter Fleischmanns erschütternder Anti-Heimatfilm "Jagdszenen aus Niederbayern", die in Anwesenheit der Regisseure gezeigt werden.

Alle aktuellen Informationen, unter anderem zu den Festivalgästen, finden Sie Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.