Teilnahme-Rekord beim Deutschen Multimediapreis

Gesellschaftliche Themen liegen bei den Medienmachern im Trend

Gesellschaftliche Themen liegen bei den Medienmachern im Trend

Teilnahme-Rekord beim Deutschen Multimediapreis Foto: KJF

Die Juroren des Deutschen Multimediapreises mb21 hatten alle Hände voll zu tun: Insgesamt 281 Einreichungen galt es zum diesjährigen Ausschreibungsende zu sichten, zu testen und zu diskutieren. Auf dem Prüfstand standen Apps, Games, Computeranimationen, Software-Entwicklungen, interaktive Performances und Installationen, Onlineprojekte sowie der kreative Umgang mit dem Smartphone. Kirsten Mascher, mb21-Projektleiterin im Medienkulturzentrum Dresden, freut sich über die rege Teilnahme: „Mit 281 Wettbewerbsbeiträgen und 1500 Teilnehmenden erreichen wir einen neuen Rekord. Dieses Ergebnis zeigt die zunehmende Bedeutung des Wettbewerbs als multimediales Forum für junge Leute bis 25 Jahre.“ Ausgewählt wurden nun durch die Jury die 28 überzeugendsten Produktionen. Deren kreative Macher dürfen sich jetzt freuen, für einen der begehrten Sach- und Geldpreise im Gesamtwert von 10.000 Euro nominiert zu sein. Vergeben werden die mb21-Preise am 14. November während des Medienfestivals, das vom 13.-15. November in den Technischen Sammlungen Dresden stattfinden wird. Multimedia-Fans sind herzlich eingeladen, die Preisträgerproduktionen dort selbst auszuprobieren.
 
Kritisch und pragmatisch
Ungebrochen bleibt der Trend bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sich anhand ihrer Produktionen mit der eigenen Mediennutzung aber auch mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Die Begeisterung für YouTube-Stars wird hier ebenso kritisch beleuchtet wie unterschiedliche Perspektiven auf gesellschaftspolitische Themen. Häufig stehen auch kreative Lösungen für alltägliche Aufgaben im Mittelpunkt. Wie wäre es zum Beispiel, Kontinente und Länder in der Schule nicht mit dem Atlas zu erkunden, sondern anhand eines selbst zu steuernden Flugsimulators am PC? Insbesondere junge Erwachsene beschäftigen sich mit der spielerischen Vermittlung von Wissen, dem „game-based-learning“ und überzeugen mit interaktiven Games für Kinder im Vorschulalter.
 
Alles Inklusive!
Facettenreich ist auch das diesjährige Sonderthema Alles Inklusive! von den Medienmachern aufgegriffen worden. Hier waren Projekte gefragt, die in ihrer Entstehung oder im Inhalt die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln und dazu
beitragen, Vorbehalte gegenüber Menschen mit Handicap, unterschiedlichen
Lebensentwürfen, Herkunft oder Religion abzubauen. Das zeigt beispielsweise
ein Webvideo-Kanal, der gesellschaftlichen Randgruppen wie Obdachlosen oder Straßenkindern eine Stimme gibt. „Die Einreichungen zum diesjährigen Jahresthema zeugen von den vielfältigen Potentialen, die sich aus der Verknüpfung von Inklusion und Multimedia ergeben. Darum freuen wir uns auch in den nächsten Jahren über Einreichungen, die sich thematisch oder in der Zusammensetzung der Teilnehmer mit dem breit gefächerten Themenspektrum des Begriffs ‚Inklusion’ auseinandersetzen“, so Thomas Hartmann, mb21-Projektleiter im Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum.
 
Beliebteste Formate: Games und Videos

Formal liegen kreative Games und ausgefallene YouTube-Kanäle bei den Wettbewerbsteilnehmern in der medialen Umsetzung ihrer Ideen ganz vorn, gefolgt von interaktiven Websites und Computeranimationen. Zu beobachten ist die zunehmende Nutzung professioneller Software-Tools und verschiedener Content-Management-Systeme. Die meisten Multimedia-Produktionen entstanden als Gruppenarbeiten im Kontext von Kita, Schule, medienpädago-gischen Projekten oder Hochschule. Nur 34% der kreativen Köpfe haben ihre Arbeiten in der Freizeit umgesetzt.