Grenzenlose Phantasie

B3 Biennale des bewegten Bildes vom 7. bis 11. Oktober 2015 in Frankfurt

B3 Biennale des bewegten Bildes vom 7. bis 11. Oktober 2015 in Frankfurt

B3 Biennale des bewegten Bildes vom 7. bis 11. Oktober 2015 Foto: B3 Biennale

Die B3 Biennale des bewegten Bildes findet vom 7. bis 11. Oktober 2015 in Frankfurt und der Rhein-Main- Region statt. Dabei geht es unter dem Leitthema Expanded Senses. Mit allen Sinnen erleben und Grenzen verschieben um die Bedeutung bewegter Bilder für Kunst, Körper und Kommunikation. Dieser thematische Dreiklang wird in den drei B3-Modulen Parcours, Festival und Campus/Markt aus verschiedensten Blickwinkeln betrachtet und untersucht.
 
Erwartet werden rund 150 regionale, nationale und internationale Künstler und Medienschaffende aus 20 Ländern in den Kategorien Kunst, Film, TV, Games, Web, Design und Wissenschaft. An 20 Veranstaltungsorten widmet sich die B3 in Ausstellungen, Screenings, Performances, Masterclasses und Diskussionen eingehend neuen TV- und Filmprojekten, spektakulärer Video- und Medienkunst. Sie beleuchtet technische wie inhaltliche Innovationen der Games-Welt, und überschreitet die Genregrenzen auf dem Feld des transmedialen Erzählens. Stargäste sind u.a. Brian Eno, Mike Reiss, Dean O`Gorman, Anton Corbijn, Federico Solmi, John Gerrard, Lynn Hershman Leeson sowie Helena Acosta.
 
Prof. Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung Offenbach und künstlerischer Leiter der B3, stellt die Einzigartigkeit und Vielschichtigkeit des Biennale-Formats heraus: „Im Rahmen der B3 2015 wird das bewegte Bild erneut in seinen mannigfaltigen und diversifizierten Formen zu unserem neuen Leitthema „Expanded Senses“ in Beziehung gesetzt. Ziel bleibt es, mit der B3 einen umfangreichen Diskurs über das bewegte Bild mit Partnern aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Finanzen Frankfurts zu etablieren und eine internationale Referenzveranstaltung auf höchstem Niveau zu schaffen.“
 
B3 begrüßt Brian Eno
Zentrale Bestandteile der B3 Biennale 2015 sind die Medienkunst-Sonderausstellungen. Im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt präsentiert die Biennale des bewegten Bildes eine Sonderschau zum B3 Leitmotiv „Expanded Senses. Mit allen Sinnen erleben und Grenzen verschieben“ mit Werken von internationalen Künstlern aus zehn Ländern. Die B3-Sonderschau zum Thema „Immersionen“ präsentiert im Deutschen Architektur Museum Frankfurt herausragende Projekte der Virtual-Reality-Kunst.
 
Brian Eno erhält den B3 BEN Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Brian Eno gilt als Ikone der internationalen zeitgenössischen Kultur, der Brite hat in den letzten 40 Jahren nicht nur die Pop- und Rockmusik-Szene maßgeblich geprägt, sondern gleichermaßen als experimenteller Künstler und Multimedia-Innovator für Aufsehen gesorgt. Brian Enos Videoinstallationen und audio-visuellen Werke wie z.B. „77 Million Paintings“ wurden auf den wichtigsten Festivals und in bedeutenden internationalen Museen gezeigt.

Die B3 Biennale des bewegten Bildes präsentiert im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt die exklusive Sonderausstellung „My life in light“ mit Licht-Skulpturen, Objekten, Videos, Dia-Installationen und Musik von Brian Eno aus den neunzehnhundertachtziger und -neunziger Jahren.
 
Komplette Vernetzung
Drei Module, die sich miteinander vernetzen und Querverbindungen eingehen werden, prägen die B3 Biennale des bewegten Bildes: das Festival, der Parcours und der Campus / Markt. Jedes dieser Module hat seinen eigenen Charakter, wird sich aber mit verwandten Fragestellungen auseinandersetzen.
 
Die B3 Festivalsektion bildet in Ausstellungen, Screenings, Performances, Vorträgen und Diskussionen die Schwerpunkte der Biennale ab: Sie widmet sich eingehend den neuen Fernsehserien, beleuchtet technische wie inhaltliche Innovationen der Games-Welt, taucht mit dem Übertitel »Immersion« in räumliche Bildwelten ein und überschreitet die verbliebenen Genregrenzen auf dem Feld des transmedialen Erzählens.
 
Das Filmprogramm der B3 überzeugt z.B. mit Premieren, Hollywood-Stars und gelungenen Retrospektiven. Mit dem Vietnamesisch-Amerikaner Bao Nguyen kommt einer der renommiertesten Kurz- und Dokumentarfilmer nach Frankfurt. Zur Eröffnung des B3 Filmprogramms zeigt er in einer Europapremiere sein jüngstes Werk „Live from New York“ über die Comedy Show „Saturday Night Live“, die dieses Jahr ihren 40. Geburtstag feiert. Zu Wort kommen Stars wie Alec Baldwin, James Belushi, Justin Timberlake. Der vielfach preisgekrönte Regisseur stellt sich gemeinsam mit den Produzenten J.L. Pomeroy, Sarah Cowperthwaite, Tom Broecker den Fragen des Publikums.
 
Präsentiert von der Kinothek Asta Nielsen werden im Deutschen Filmmuseum und im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main mit Teknolust (2002), !W.A.R. Women Art Revolution (2010) sowie The Electronic Diaries (1995) drei der wichtigsten Filme von Lynn Hershman Leeson (USA) gezeigt. Sie ist eine der ersten und einflussreichsten Medienkünstlerinnen im Kontext des feministischen Diskurses und hat in den vergangenen 40 Jahren ein beeindruckendes Werk geschaffen, das Fotografie, Video, Film, Performance, Installation und interaktive Computer- und Medienkunst umfasst.
 
Drehbuch-Autor Michael Lesslie stellt die jüngste und auf dem Filmfestival in Cannes frenetisch gefeierte Verfilmung des Shakespeare-Damas „Macbeth“ mit Michael Fassbender und Marion Cottilard vor.
 
Star-Fotograf und Regisseur Anton Corbijn zeigt sein aktuelles Biopic „Life“ über das letzte Lebensjahr von James Dean mit Robert Pattinson und Dane DeHaan in den Hauptrollen.

Konzertierte Aktion
Der B3-Parcours vereint 15 wichtige Kulturinstitutionen der Region, die sich mit eigenen Beiträgen zum Thema Expanded Senses im Bewegtbild an der Biennale beteiligen. Zu sehen und zu erleben sind in Kooperation mit den Machern der B3 hochkarätige Ausstellungen und Veranstaltungen, die sich dem Leitthema der Biennale von musealer und künstlerischer Seite nähern.
 
Nachwuchs im Blick

Der B3 Campus / Markt richtet sich an Studierende, Schüler und Lehrende. Als Begegnungsplattform bringt er Nachwuchstalente mit professionellen Künstlern und Branchenprofis zusammen. Gäste der Biennale geben in Werkstattgesprächen, Masterclasses und Workshops einen Einblick in ihr Schaffen geben. Auf dem B3 Markt präsentieren Startups und etablierte Medienunternehmen neue Projekte. Hier stehen erste Geschäftskontakte und Vernetzung im Mittelpunkt.
 
BEN: Die Preise der B3
Die B3 Biennale des bewegten Bildes zeichnet etablierte Künstler und junge Talente mit dem BEN aus. Den Preis entworfen hat der südafrikanische Künstler Trevor Gould. Entstanden ist er aus dem Projekt „Three Dimensional Blur“, das seinen Anfang an der Hochschule für Gestaltung Offenbach hatte, wo Gould 2002 als Gastprofessor unterrichtete. Die Idee dahinter war: Wie lässt sich Bewegungsunschärfe als dreidimensionales Objekt darstellen?
 
In diesem Jahr erhält Brian Eno den Ehrenpreis BEN für sein Lebenswerk. Er tritt damit die Nachfolge von Weltstar Laurie Anderson an, die 2013 geehrt wurde. Ins Rennen um die weiteren drei Hauptpreise und die drei Nachwuchspreise gehen Werke von Künstlern der Biennale, die sich besonders innovativ mit neuen Erzähltechniken auseinandersetzten. Eine international besetzte Jury kürt die besten Beiträge.
 
B3 Special: China zieht an
Die B3 bietet im Herbst 2015 einen speziellen Einblick in Chinas zeitgenössische Kunst. Dann werden sich in Frankfurt zehn chinesische Medien- und Konzeptkünstler präsentieren. Die Ausstellung versteht sich aber nicht nur als reine Präsentation von Bewegtbildmaterial, sondern will vielmehr einen innovativen Blick auf den Kreationsprozess der Werke werfen. In einem begleitenden Konferenzprogramm werden crossmediale Thematiken in allen Facetten beleuchtet. Basis ist eine Kooperation mit der Central Academy of Fine Arts Beijing (CAFA).
 
B3 Special: Weltpremiere „Die Mauer – der vertikale Horizont“
Anlässlich des 25jährigen Jubiläums der deutsch-deutschen Wiedervereinigung präsentiert im Rahmen der B3 die Videokünstlerin und HfG-Professorin Rotraut Pape ihr Langzeitprojekt „Die Mauer – der vertikale Horizont“. - Bereits eine Woche nach der Öffnung der Berliner Mauer war ihr Verschwinden absehbar. Aus diesem Grund ging die gebürtige Berlinerin Rotraut Pape am 17. November 1989 mit einer Kamera noch einmal kontinuierlich an ihr entlang. In den anschließenden 25 Jahren begab sie sich immer wieder auf den zweistündigen Weg entlang der Narbe, die die Mauer im Zentrum Westberlins hinterlassen hatte: Als der Reichstag von Christo und Jeanne-Claude verhüllt war, zur ersten Loveparade am Brandenburger Tor, zu Jubiläen der Deutschen Einheit oder ganz ohne konkreten Anlass zu den verschiedensten Jahreszeiten. In diesem einmaligen Zeitdokument präsentiert die Videokünstlerin nun 15 Mauerwanderungen in einem Split-Screen gleichzeitig. Die parallele Betrachtung macht sichtbar, mit welch atemberaubender Geschwindigkeit das vereinte Berlin von beiden Seiten über den Todesstreifen zusammenwuchs. Die fein austarierte Sound-Mischung hilft, den Blick und das Interesse des Zuschauers auf besondere Momente im Alltag Berlins zu richten und eine Dramaturgie herauszuarbeiten, der man ohne Überforderung folgen kann.
 
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