24.000 Besucher an sechs Festivaltagen

27. Filmfest Dresden lockt Zuschauer und Fachbesucher gleichermaßen

27. Filmfest Dresden lockt Zuschauer und Fachbesucher gleichermaßen

24.000 Besucher an sechs Festivaltagen – 8.500 davon beim Kurzfilm Open Air auf dem Neumarkt Foto: Filmfest Dresden

Das Filmfest Dresden ist in diesem Jahr im berühmten „Klub 27“ angekommen, darauf machte Festivalleiterin Katrin Küchler im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung aufmerksam – nicht ohne den Hinweis, dass man im Gegensatz zu manch namhaften Musiker fest vorhabe, diesen auch erfolgreich zu „überleben“. Kurz nach Festivalabschluss lässt sich nun ein mehr als positives Fazit ziehen: „Dass wir mit 15.500 Festivalbesuchern und weiteren 8.500 beim erstmals stattfindenden Kurzfilm Open Air die Besucherzahl des Vorjahres deutlich überschritten haben, ist ein klares Votum dafür, den richtigen Kurs eingeschlagen zu haben. Größer könnte die Motivation nicht sein, im kommenden Jahr zum 28. Filmfest Dresden einzuladen.“

Diese positive Entwicklung hatte sich bereits nach einem sehr erfolgreichen Festivalauftakt angedeutet: Nicht nur die Eröffnungsveranstaltung, sondern alle Programme am Eröffnungstag des 27. Filmfest Dresden waren nahezu ausverkauft. „Auffällig und eine große Freude für das gesamte Team war in diesem Jahr, dass ein Großteil der Veranstaltungen bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das betrifft nicht nur die Wettbewerbsprogramme, die per se sehr publikumsstark sind, sondern beispielsweise auch den Regionalen Fokus, den Fokus Québec sowie die Experimente- und die Kids-Programme. Auch die Mitteldeutsche Filmnacht, dieses Jahr im großen Saal des Kleinen Hauses des Staatsschauspiels, war ein voller Erfolg“, resümiert Küchler. „Bedanken möchte ich mich daher vor allem bei den Kuratorinnen und Kuratoren des Festivals, die mit großer Sorgfalt und Sensibilität in der Auswahl der Programme wirklich großartige Arbeit geleistet haben und damit den Dresdnern, aber auch den Fachbesuchern unterhaltsame und inspirierende  Festivaltage beschert haben.“

Ein sehr positives Fazit kann das Festival-Team auch mit Blick auf die Fachbesucher ziehen. Knapp 500 akkreditierte Fachbesucher waren 70 mehr als im Vorjahr. „Auch das ist ein Beweis, dass sich das Filmfest Dresden zu einer festen Größe in der Branche etabliert hat“, freut sich Küchler.

Kurzfilm Open Air auf dem Dresdner Neumarkt
8.500 Besucher konnte das Filmfest Dresden allein beim erstmals stattfindenden Kurzfilm Open Air auf dem Neumarkt verbuchen. „Wobei wir hier tatsächlich bescheiden gezählt haben und weitestgehend die zur Verfügung stehenden Sitzplätze in die Rechnung einfließen lassen haben. Manche Zuschauer saßen auch stundenlang – das haben wir vor-her so nicht zu erwarten gewagt. Eine große Freude ist es aber auch, wie viele Leute einfach nur kurz stehen geblieben sind und für ein paar Minuten in die Welt des Kurzfilms eingetaucht sind. Das Konzept ist komplett aufgegangen“, so Küchler. „Natürlich hatten wir auch großes Glück, dass das Wetter uns so gut in die Karten gespielt hat – gerade am Eröffnungs- und am Abschlusstag.“

Nach der gelungenen Premiere des Kurzfilm Open Airs auf dem Neumarkt ist es für die Filmfestmacherinnen durchaus eine Überlegung wert, das Konzept auch im kommenden Jahr weiterzuverfolgen. „Doch dafür braucht es nicht nur ein engagiertes Team, sondern auch die Unterstützung von Sponsoren und entsprechenden Rückenwind von der Stadt Dresden mit einer klaren Richtung, uns erneut bei einem so außergewöhnlichen Projekt zu unterstützen. Gerade weil es auch eine Veranstaltung für die Stadt ist, in der das Festival stattfindet. “, macht Festivalleiterin Katrin Küchler deutlich. „Wir fänden es in jedem Fall sehr schön, die internationale Kurzfilmwelt erneut ins Herz der Dresdner Altstadt zu bringen und den Dresdnern und den zahlreichen Gästen zu zeigen, wie vielfältig und innovativ kurze Filme sein können.“

Trends der Einreichungen
Besonders auffällig bei der diesjährigen Sichtung der Einreichungen war, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Genres immer mehr verschwimmen. „Interessant ist dabei zu sehen, was vor allem an den Rändern filmischer Ausdrucksweisen passiert“, erklärt Katrin Küchler. „Beispielsweise verschränkt sich die Animation mehr und mehr in narrative, dokumentarische und experimentelle Formate und es entstehen neue hybride Gestaltungsformen.“

„Auffällig ist auch, dass die meisten Filme eher schwere Themen behandeln, als heitere Szenarien zu entwerfen. Gerade der Kurzfilm ist prädestiniert auf zeitgenössische und gegenwärtige Themen zu reagieren – nicht verwunderlich also, dass sich viele Filme um „fremde“ Kulturen, Asyl- und Flüchtlingsproblematik drehen. Vom Abschiednehmen über Freundschaften und Familiengeschichten bis zur schrägen Komödie ist alles dabei – eben-so, wie das Leben selbst Geschichten schreibt. Unter den deutschen Filmen werden vor allem auch die historischen Ereignisse um 1989 beleuchtet, Wendegeschichten erzählt und ein bisschen (N)ostalgie versprüht“, so die Festivalchefin.

„Kurzfilm für alle“: Start der Nachspieltour am 5. Mai in Freiberg
Nach dem Filmfest ist vor dem Filmfest: Während sich das Festival-Team nun bereits auf die Vorbereitung des 28. Filmfest Dresden (12. bis 17. April 2016) konzentriert, gehen die herausragenden Kurzfilme der diesjährigen Edition auf Tournee. Am 5. Mai startet – traditionell im Kinopolis in Freiberg – die Nachspieltour. Bis Oktober wird diese an ca. 20 bis 30 Orten deutschlandweit Station machen. Zudem kann sie im Rahmen des Kurzfilmtags am 21. Dezember von interessierten Kinos und Vereinen gebucht werden. „Ziel der jährlich stattfindenden Nachspieltour ist es, das Medium Kurzfilm auch außerhalb von Festivals bekannter zu machen und einen aktuellen Überblick über die nationale und internationale Kurzfilmszene zu schaffen. Dabei liegt der besondere Fokus in unserem Tourneeplan für 2015 darauf, das Best-of-Kurzfilmprogramm vor allem in Programm-, Vereins- und Clubkinos in kleineren Städten und Gemeinden in Sachsen und ganz Mitteldeutschland zu präsentieren“, erklärt Katja Springer, Koordinatorin der Nachspieltour beim Filmfest Dresden. Die Nachspieltour wird in diesem Jahr unter anderem in Pulsnitz, Frankenberg/Sa, Annaberg-Buchholz, Markkleeberg und Fürstenwalde zu Gast sein.

Das 28. Filmfest Dresden findet vom 12. bis 17. April 2016 statt. Der Call for Entries zum Einreichen der Filme für die nächste Festivalsaison startet am 1. Oktober 2015.