30.06.2016 | Ausgabe 05/2016

Raus aus der Komfortzone

Guerilla-Projektionen im Freien

(Bildquelle: Christian Schnalzger)

Auseinandersetzung mit Bildern, Meditation oder Kreativitätstraining – was kommt raus, wenn man allein oder mit einer Gruppe Leuten an einen verlassenen Ort zieht und Bilder auf alles wirft, was sich findet?

Die subversive Magie der Guerilla-Projektion haben wir bereits analysiert. Mit kleinen akku-betriebenen Handprojektoren für knapp dreihundert Euro lässt sich aber durchaus noch mehr als elektronische Graffiti machen. Denn so sehr Bilder den Umsturz propagieren können, so sehr können sie auch Verbindung propagieren – oder gar nichts propagieren, nur für sich stehen, bunt sein. Es braucht nicht den Idealismus, dass Bilder die Welt verändern könnten, um sich ein paar von ihnen zu nehmen, rauszugehen, und drauf los zu experimentieren. Womöglich werden Sie erstaunt sein, was, wenn schon nicht die Welt, sie im Kleinen verändern – ganz egal, wohin Sie mit ihnen gehen.

Geschichten oder Wahrheit?
Kunst aus Ton, Stein, Haptischem sei die Wahrheit, sagte mir eine Künstlerin kürzlich beim Tee, Bilder nicht. Nein, stimmte ich, großer Freund haptischer Kunstwerke, zu: Bilder sind eine Geschichte. Sie wollen nicht ‚wahr‘ sein, können es gar nicht, denn jedes Bild, durch seinen Ausschnitt aus der Realität und seine Komposition, in die dieser Ausschnitt gefasst wird, ist eine Interpretation der Realität: Eine Geschichte. Eine Einladung zum Träumen. Egal ob wir unter Bildern Gemälde verstehen, Fotografien oder bewegte Filmeinstellungen.

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