11.01.2016 | Ausgabe 02/2016

Zwischen schwarz und weiss

Dramaturgie und Technik: Kontraste

Bei Portraits erkennt man meist zweifelsfrei, wann es zu viel ist. (Bildquelle: Christian Schnalzger)

Kontraste, die Nuancen des Lichts einer Szene, sind die visuelle Essenz jeder Einstellung. Grund genug, sie mit technischem Feingefühl und vor allem Gespür fürs Vorbild auszubalancieren.

Wann haben Sie zuletzt einem Sonnenaufgang zugesehen? Bewusst, meditativ, ungestört, einfach genießend? Vermutlich viel zu selten. Daher hiermit noch ein Grund, mal wieder früh aufzustehen. Nirgendwann sonst kriegt man Lichtwechsel so einschlägig in so kurzer Zeit geboten, und mit so großer Wirkung auf das Land darunter. Tolle Videobilder – und eine tolle Gelegenheit, sich in der Natur anzusehen, wie das aussieht, was wir nachher im Video wiederherstellen müssen, wenn wir Farben und Kontraste beim Bearbeiten nachziehen. Der Camcorder ist nämlich darauf programmiert, Kontraste eher flach und flau aufzuzeichnen, möglichst viele Zwischenstufen zwischen hell und dunkel. Professionelle Geräte mit einstellbarer Gradierung treiben das noch auf die Spitze. Sinn? Dem Bearbeitenden alle Freiheiten zu lassen, Kontraste so einzustellen, wie es dem Bildlook dienlich ist – ohne dass es dabei zu hässlichen Artefakten durch Farbtrennungen käme, so genannter Posterisierung, oder zu undifferenziert weißen oder schwarzen Lichter- oder Schattenbereichen.Betrachen Sie das, was der Camcorder abliefert, als Rohmaterial, als Negativ wie das Negativ beim Fotografieren auf Schwarzweißfilm: es enthält möglichst viele Details der aufgenommenen Szene, wird aber erst durchs Ausarbeiten ansehnlich.…


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