11.01.2016 | Ausgabe 02/2016

Das Recht am eigenen Bild

Vom richtigen Umgang mit den Persönlichkeitsrechten

Zehn Jahre nach dem Tod des Abgebildeten dürfen Aufnahmen ohne Genehmigung der Angehörigen veröffentlicht werden. (Bildquelle: Stefan P. Neudeck)

Wer außerhalb der eigenen vier Wände filmt, hat ganz automatisch fremde Menschen mit auf dem Bild. Doch niemand muss es dulden, in Filmen öffentlich zur Schau gestellt zu werden. Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Ablichten von Personen achten müssen.

Ein befreundeter Anwalt stellte unlängst die These auf: „Würden Juristen und nicht Kameraleute Filme machen, bliebe der Bildschirm so manches Mal dunkel.“ Tatsächlich wimmelt es auf You-Tube, Facebook und selbst im Fernsehen nur so von Aufnahmen, die rechtlich bedenklich sein können. Ein Beispiel gefällig? – Ein Fernsehbeitrag wird in einer Fußgängerzone gedreht. Als Füllbilder dienen mit langer Brennweite gefilmte Aufnahmen von Menschen auf dem Weg durch die Geschäfte. Dazwischen eine Straßenumfrage. – Kurze Filme dieser Art werden jeden Tag irgendwo gesendet. Die einzigen rechtlich halbwegs einwandfreien Aufnahmen sind dabei die Straßeninterviews. Alle anderen Bilder dürften, streng juristisch betrachtet, gar nicht über den Sender gehen: Davon auszugehen, dass das Kamerateam alle groß im Bild sichtbaren Passanten um Erlaubnis fragt, ist schlicht wirklichkeitsfremd. Fakt ist: Jeder Mensch darf selbst bestimmen, ob, wo und wie sein Bild in den Medien auftaucht. Das regelt schon seit mehr als 100 Jahren § 22 des Kunsturheberrechtgesetzes (KUG). Bei alle dem spielt es keine Rolle, ob die Veröffentlichung kommerzieller Natur ist.Selbst die bei YouTube privat eingestellten Videoaufnahmen einer Gartenparty können gegen das Gesetz verstoßen.…


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