11.01.2016 | Ausgabe 02/2016

Farblos aber Kontrastreich

Videografieren in Schwarzweiß

Ein Rot-Orangefilter vor dem Objektiv lässt Wolkenformationen kräftig hervortreten. Ähnliche Effekte erzielen Sie über den Kanalmixer Ihres Schnittprogramms. (Bildquelle: Stefan P. Neudeck)

Fernsehen kommt heute regelmäßig schön bunt daher. Heben Sie sich von der Masse ab und drehen Sie Ihr nächstes Video in alter Hollywood-Manier einmal ganz ohne Farbe! Wir zeigen Ihnen, wie es geht und wie Sie die dabei auftretenden Hürden elegant umschiffen.

Wenn es um schwarzweiße Videobilder geht, packt puristisch veranlagte Filmer das kalte Grausen. Sie greifen bei einer solchen Aufgabenstellung bevorzugt zur guten alten Super-8-Kamera. So reizvoll diese Vorgehensweise sein mag, sie ist teuer, verlangt nach jeder Menge Erfahrung und nicht zuletzt nach einer funktionsfähigen Kamera. Dass man auch mit modernen Mitteln stimmungsvolle Schwarzweiß-Bilder erzeugen kann, bewies der französische Kameramann Guillaume Schiffman, der für „The Artist“ 2011 für den Oskar nominiert war. Das sehenswerte Werk entstand zwar nicht digital, aber auf modernem Farbfilm. Schwarzweiß wurde es durch die Nachbearbeitung. Eine Vorgehensweise, die auch für Hobbyfilmer Gestaltungsmöglichkeiten bietet, die zu Unrecht viel zu selten genutzt werden.

Ausrüstung
Grundsätzlich eignet sich für einen Schwarzweiß-Dreh jede beliebige Videokamera. DSLRs und andere Großsensor-Kameras bieten einen kleinen Vorteil, da die typisch geringe Schärfentiefe den filmischen Look unterstreicht. Mancher Camcorder besitzt schon von Hause aus einen Schwarzweiß-Modus. Den können Sie aber vergessen! Farblos werden die Bilder damit zwar garantiert, schön und eindrucksvoll vermutlich kaum. Von daher machen Sie es wie Schiffman und drehen Sie wie gewohnt in Farbe!


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