01.06.2015 | Ausgabe 06/2015

Filmische Gestaltungselemente

Vom Kino lernen: Tschechows Geladenes Gewehr auf der Bühne: Die Setup- und Payoff-Technik

Spielfilme werden gemeinhin in drei Akte aufteilt,  Einführung, Konfrontation und Auflösung. Unterhalb dieser  Ebene gibt es jedoch weitere Strukturelemente,  
die verschiedenen erzählerischen Zwecken dienen.  
Eines davon ist die sogenannte Setup- und Payoff-Technik.  Wir verdeutlichen die Zusammenhänge.

Der russische Dichter Anton Tschechow erklärte die Setup- und Payoff-Technik mit einer lapidaren Bemerkung: „Man kann nicht ein geladenes Gewehr auf die Bühne stellen, wenn niemand die Absicht hat, einen Schuss daraus abzugeben“. Damit ist zweierlei gemeint. Erstens: jedes Detail, das in einer Ge-schichte auftaucht, soll eine feste Beziehung zum Ganzen haben; ansonsten ist es überflüssig (wie das Gewehr, aus dem niemand schießt). Zweitens, im Umkehrschluss: es soll keine Handlungselemente geben, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Die verschiedenen Wendungen, die eine Story nehmen kann, sollen vorbereitet und plausibel sein. Wenn der Held so in der Klemme  sitzt, dass ihn nichts mehr retten kann, soll er nicht plötzlich über eine Pistole stolpern, die einfach so herumliegt und zufällig auch noch geladen ist.


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