01.01.2015 | Ausgabe 01/2015

Editorial: Ohne Schrammen, bitte!

Oliver Krüth, Chefredakteur

Im Herbst geht die Sonne wieder früher unter und der eine oder andere von uns kommt dazu, Liegengelassenes aufzuarbeiten oder alte Schätze wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Für uns war es Anlass, den von der ehemaligen Schwesterzeitschrift schmalfilm im Jahr 2005 initiierten Test von Schmalfilmüberspieldiensten wieder zu beleben und die Preisträger des letzten Tests einem anonymen Nachtest zu unterziehen.

Für den Test wollten wir keine privaten Originalaufnahmen verwenden, sondern „frische“ Test-Szenen drehen, anhand derer die einzelnen Problemzonen beim Digitalisieren von Schmalfilmen sichtbar werden. Das gestaltete sich jedoch aufwändiger als ursprünglich gedacht. Denn wir sahen uns mit dem gleichen Problem konfrontiert wie schmalfilm-Chefredakteur Jürgen Lossau. Er hatte in seinem letzten Test 2012 den miserablen Bildstand der Original-Kodak-Ektachrome-100D-Kassetten beklagt, auf denen er seinerzeit die Testfilme drehen ließ. Für alle, die analoges Filmmaterial nicht mehr kennen: Bildstandschwankungen sind leichte vertikale Schwankungen des laufenden Filmbildes. Sie sind systembedingt und hängen mit dem Einzelbildtransport per Greifer und Filmperforation zusammen. Doch je großformatiger das Filmformat, desto besser ist der Bildstand. Die kleinen 8-mm-Amateurformate zeigen also stärkere Bildstandschwankungen als 16-mm- oder 35-mm-Kinofilm. Rückblickend war das ein ärgerliches aber letztlich lösbares Problem. Von größerer Tragweite war, dass drei der getesteten Filmdigitalisierer unsere Testfilme zerschrammt zurückschickten. Wären das unwiderbringliche Original- und keine Testaufnahmen gewesen, hätten besagte Überspieler ein 2,03 Meter großes und 120 Kilogramm schweres Problem bekommen – die Haftung ausschließende AGBs hin oder her.

Oliver Krüth

oliver.krueth@videofilmen.de

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