01.02.2014 | Ausgabe 02/2014

Editorial: 50P, 2K, 3d, UHD-4K

Egin Altenmüller

Chefredakteur

Egin Altenmüller

Die Kürzel markieren die letzten zehn Jahre in der Entwicklung der Videoaufnahmeformate. 2003 hat JVC seine GR-PD1 auf den Markt gebracht und die Kamera als Start in eine neue Video-Epoche angekündigt. Der Vorläufer von High Definition nahm 50 Vollbilder im 16:9-Format als MPEG-2 auf ein Mini-DV-Band auf. Heute sind wir bei 4K, also bei rund 4.000 Pixeln in der Breite.

Eigentlich hätte man erwarten können, dass 2014 das Jahr der 4K-Camcorder für Consumer wird – doch bislang wagt sich nur Sony in dieses neue Segment vor. Angesichts der dramatisch rückläufigen Verkaufszahlen bei klassischen Camcordern (rund minus 33% in 2013) befindet sich die Branche wohl in einer Art Schockstarre. Dennoch: Marktführer Panasonic und auch Sony halten mit interessanten neuen Camcorder-Modellen dagegen (Seite 6).

Manchmal kann ein Umweg schneller zum Ziel führen als der direkte. Autofahrer wissen das am besten: Wenn die Hauptstraßen verstopft sind, geht es auf Nebenstrecken oft schneller voran. Man muss sich halt auskennen. Ähnlich verhält es sich mit dem Videofilmen. Nicht immer ist die lineare oder chronologische Produktionsweise die beste. Statt zweimal zu einem Drehort zu fahren, an dem zu unterschiedlichen Zeiten Aufnahmen erforderlich sind, ist es besser zu warten und die Zeit mit anderen Dingen zu überbrücken. Das erfordert natürlich einen vollständigen Überblick über das Projekt. Je mehr man sich mit der Planung und Organisation befasst, so sagen es erfahrene Filmleute, desto effektiver und auch kreativer ist das Ergebnis. Eine Aussage, die nicht unbedingt überrascht. Doch die Umsetzung erfordert einiges an Know-how, das Videofilmer kaum mit ihrem Hobby erwerben können. Doch dafür gibt es Hilfsmittel und Anleitungen – nicht zuletzt in dieser Zeitschrift, in der viele Profis ihr Wissen weitergeben.

Noch ein Wort in eigener Sache. Nach bald 25 Jahren, die ich Videofilmen als Chefredakteur betreut habe, ist dies mein letztes Heft. Es war eine spannende Zeit voller Technologiesprünge. Als ich das Heft 1989 übernommen habe, stellte Sony gerade seinen ersten Video8-Camcorder vor. Formate sind gekommen und gegangen und manche als ultimative Erfindung angekündigte Neuheit war nur von kurzer Dauer. Natürlich ist mir Videofilmen ans Herz gewachsen, doch neue Projekte warten, und es wird Zeit, das Heft meinem Nachfolger zu übergeben, der Sie von der nächsten Ausgabe an hier begrüßen wird. Mein Dank gilt allen Autoren, Redakteuren, Mitarbeitern, den Verlegern, Layoutern und Fotografen, die mitgeholfen haben, Videofilmen zu dem zu machen, was es heute darstellt. Und Dank natürlich auch an Sie, liebe Leserinnen und Leser, für Ihre große Treue.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Egin Altenmüller


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