01.06.2013 | Ausgabe 06/2013

Editorial: Verpixelte Angelegenheiten

Egin Altenmüller

Egin Altenmüller

Es ist gibt kaum ein technisches Detail bei Camcordern, das Lesern (und uns) so viel Kopfzerbrechen bereitet wie die Angaben zur Chipgröße. Da ist von Brutto- und Nettopixeln die Rede, wobei die Hersteller dezent darauf aufmerksam machen, dass sie von der Gesamtfläche eines Sensors oft nur einen Teil nutzen. Dadurch verschieben sich selbst bei identischen Größenangaben die optischen Verhältnisse. Zu allem Überfluss werden die Chips in Zoll mit Brüchen, bei denen der Nenner meist eine Kommazahl ist, angegeben.

Um die Leistungsdaten verschiedener Kameras bzw. ihrer Objektive wenigstens ansatzweise miteinander vergleichen zu können, muss man etwas tiefer in die Materie einsteigen. Unser Autor Stefan Neudeck hat das getan und räumt in seinem Beitrag „Die Sache mit der Sensorgröße“ (Seite 58) mit allerlei Vorurteilen auf. Etwa, dass ein großer Sensor der Garant für ein ausgeprägtes Bokeh und eine kinoähnliche Bildwirkung sei. Oder dass viele Pixel per se besser seien als wenige. Alles Unfug, meint der Fachmann: Für den Dreh von Videos ist die hohe Pixelanzahl vieler moderner Sensoren sogar hoffnungslos überdimensioniert. Die Kameraelektronik hat ihre liebe Not mit den Pixelmonstern.

Eine andere mathematische Möglichkeit, die Leistungsdaten zweier Kameras zu vergleichen, ist der Pixelrechner, den Videofilmen beim Informatiker Marco Haase in Auftrag gegeben hat. Er verschafft auf denkbar einfache Weise den Durchblick. Man rufe unter http://www.zahlenfreund.de/pixelrechner das Rechenwerkzeug auf und gebe die Herstellerdaten zu Chip-Größe (in Zoll), Brutto- und Netto-Pixelzahl (in Mio.) ein. Nach einem Tastendruck auf „Berechnen“ erhält man sofort die gewünschten Daten und vermag auf Anhieb die zunächst so unterschiedlich wirkenden Sensoren besser einzustufen und zu vergleichen.
Genug gerechnet. Videofilmen ist schließlich keine mathematische Disziplin, sondern eine kreative Angelegenheit. In diesem Heft geben wir wieder viele Anregungen zum Filmen und zu Themen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht


Egin Altenmüller


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