01.07.2013 | Ausgabe 02/2013

Roter Faden

Dramaturgie: Situationen aufl ösen

FILM IST EIN MEDIUM, um Geschichten zu erzählen. Nicht um Momenteindrücke zu zeigen, dafür gibt es die Fotografie. Eine interessante Situation muss also nicht nur in starke Filmbilder komponiert werden, die Bilder müssen sich auch irgendwie zu einer Erzählung zusammenfügen. Doch anders als beim Erzählen in Worten können wir, wenn wir einen Film zeigen, nicht reagieren, wenn dem Gegenüber die Fragezeichen aus den Augen schießen, weil wir nicht verstanden werden – oder langweilen. Trotz aller Filmbegeisterung erzählen wir in einer Sprache, die uns weniger vertraut ist als Worte: in Bildern. Diese wirken nicht nur auf andere Weise als Worte, sie werden auch anders hergestellt. Selbst wer eine theoretische Vorstellung von Bildwirkung, Schnittfolgen und Dramaturgie hat, muss erst noch Bilder von der Welt sammeln, welche der Theorie in die Praxis hinüberhelfen. Oft kommt an dieser Stelle die Realität daher und erschlägt uns mit Eindrücken vor Ort, die uns überwältigen oder überfordern, sich nicht zu einem dramaturgisch motivierten Bilderbogen fügen. Wie zerlegt man eine Situation in überschaubare Bilder? Wie entsteht daraus eine Geschichte?
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