01.06.2012 | Ausgabe 06/2012

Der Rahmen des Films

Teil 4: Ausstattung

„Am Rathaus Neukölln, da ist so ‘ne Drogerie“. Mit dieser spärlichen Information mache ich mich auf den Weg. In der Metro habe ich zwei Mädchen gefragt, die neonfarbige Gummischlangen speisten, wo die zu kriegen wären – genau, was ich für einen Film bräuchte. Die Haupt­straße ums Rathaus Neukölln, muss man wissen, ist der Welt zweitgrößte Trödlerakkumulation. Nach über einer Stunde fand ich sie dann doch: ein Kilo Neonschlangen in wunderbar ekligen Farben für drei Euro. Grimassierend von einer schrägen Akteurin gefuttert, entstand eine tolle Sequenz. Geduld braucht es, um ein ideales Re­quisit, ein Kostüm oder den richtigen Drehort zu finden – jedenfalls, wenn kein unerschöpfliches Budget vor­handen ist. Selbst dann wäre es nicht einfach: Erst mal jemanden finden, der das Benötigte fertigen könnte! Einen Schuhmacher, der nach Vorgabe abge­nutzte Lederschuhe herstellt, habe ich nach Wochen nicht gefunden...


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