01.03.2012 | Ausgabe 03/2012

Grenzwertig

Als einziger Kamerahersteller konnte uns Panasonic sein neues Spitzenmodell HC­X-909 aus dem Modelljahr 2012 für einen Test zur Verfügung stellen. JCV und Sony mussten passen – die Seriengeräte aus Japan waren noch nicht da, und Canon hat in diesem Jahr nichts Neues im Spitzensegment anzubieten. Gleiches gilt für Samsung. So konnten wir uns eingehend mit der neuen Panasonic befassen ­eine Ausnahmekame­ra, die sich noch einmal selbst übertroffen hat. Und das ist nicht einfach, denn schon im letzten Jahr kratzten die Topmodelle an der System­grenze von AVCHD. Ist das AVCHD­Format also aufgrund seiner limitierten Datenrate, der 4:2:0­-Farbabtastung und des RGB­Farbraums bereits am Limit? Tatsächlich haben die Hersteller in den letzten Jahren versucht, die technischen Vorgaben immer mehr auszureizen, um das letzte Quänt­chen an Qualität aus dem Videosignal herauszu­holen. Der erste Schritt in diese Richtung war x.v.Colour als Umsetzung des erweiterten xvYCC­Farbraums. Gegenüber bislang verwen­deten Standards wie sRGB findet bei x.v.Colour fast eine Verdopplung des sichtbaren Farbbe­reichs statt. Richtig angekommen ist die Bot­schaft bei den Videoanwendern nicht, denn der Qualitätsgewinn erfordert einen Bild­schirm, der den erweiterten Farbraum auch darstellen kann. Erst mit der Einführung von LED­-Hintergrundbeleuchtung für LCD wurde der erweiterte Farbraum auch darstellbar. Und man braucht ein gutes Auge. Oftmals sind Unterschiede im Bild nur im direkten Vergleich mit einem Referenzbild erkennbar. Zuletzt brachte der Schritt zum 50p­-Voll­bild einen weiteren Qualitätsgewinn. Wenn 50 Vollbilder statt 50 Halbbilder aufgenom­men werden, bedeutet das nominell eine Verdoppelung der Auflösung. Verdoppelung klingt riesig, aber es fällt oft nicht leicht, ein 50p­-Bild zu erkennen, wenn man nicht das 50i­-Gegenstück dazu betrachtet. In dieser Hinsicht sind also in der Spitzenklasse (des AVCHD­Systems) wohl keine dramatischen Verbesserungen der Bildqualität zu erwar­ten. Aber es gibt durchaus noch Schrauben, an denen die Hersteller drehen können, etwa beim Weitwinkel, beim Schwachlichtverhalten oder bei der Monitorauflösung. Es ist also durchaus noch Luft nach oben. Und im Test muss natürlich jede Kamera von Neuem beweisen, ob sie am Limit arbeitet. 


Viel Spaß beim Lesen!


Ihr


Egin Altenmüller


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