01.01.2012 | Ausgabe 01/2012

Die K-­Frage

Nein, es geht hier nicht darum, wer der nächste Kanzlerkandidat werden soll. Vielmehr geht es um einen Begriff, der neuerdings in der Videobranche die Runde macht und von dem auch Videofilmer künftig betroffen sein werden: 4K. In Profikreisen ist das als nächster Produktionsstandard längst abge­macht. Doch auch im Lager der Konsumenten taucht 4K immer häufiger auf, wenn auch nicht so direkt. Aber der Reihe nach. 4K ist in der Produktionstechnik ein fest stehender Begriff, der besagt, dass ein Videobild in der Breite eine Auflösung von vier Millionen Pixel besitzt (in der Höhe sind es dem 16:9­Bildformat folgend etwa 2,2 Megapixel). Verglichen mit dem heu­tigen Full­-HD­-Bild (1.920 x 1.080) bedeutet das viermal mehr Bildinformationen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn das Bild groß projiziert werden soll. Darum ist 4K auch der Quasi­-Standard bei digitalen Kinoproduktio­nen. Sony hat kürzlich auf der Profimesse IBC eine neue CineAlta­-Kamera mit 4K­-Technik vorgestellt. Wir haben uns die Resultate im 4K­-Kino angesehen. Wirklich beeindruckend, aber eher nichts für Videofilmer. Die Kamera wird wohl geschätzte 65.000 Euro kosten. Doch schon zum Konsumentenpreis von 900 Euro kann man heute 4K bekommen – in Form der neuen JVC­-Kamera GC­-PX10 (Seite 26). Zwar nur für vier Sekunden, doch es ist ein Anfang.
Stehen wir also vor dem Beginn einer neuen Ära? Ja, ich denke, 4K wird der näch­ste Schritt sein. Halten wir uns die Entwicklung der Consumer­-Videotechnik kurz vor Augen: 1995 begann mit der legendären VX1000 von Sony die digitale Ära mit Mini­DV. Das Aufnahmemedium war noch analog, ein Magnetband. Knapp zehn Jahre später konnten Videofilmer die erste High-­Definition­-Kamera im HDV-Standard kaufen. 2006, also vor fünf Jahren, stellten Sony und Panasonic ihr »bandloses« AVCHD-­Format vor. Da wäre 4K als nächster Schritt nur konsequent. Die Frage ist nur, wann er kommt und ob ihn die Konsumenten mitgehen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht

Egin Altenmüller
Chefredakteur


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